Medikamente und Alkohol: Warum die Kombination problematisch ist
Alkohol verlangsamt die Reaktionsfähigkeit – das ist bekannt. Doch auch viele Arzneimittel greifen in das zentrale Nervensystem ein und können Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen und Koordination beeinträchtigen.
Kommen Alkohol und Medikamente zusammen, verstärken sich diese Effekte oft. Das Problem: Die Wirkung ist individuell unterschiedlich und kaum vorhersehbar. Schon kleine Mengen können ausreichen, um die Fahrtüchtigkeit deutlich zu verschlechtern.
Diese Medikamente können die Fahrtüchtigkeit einschränken
Antihistaminika: Allergiemittel machen oft müde
Antihistaminika werden häufig bei Heuschnupfen oder anderen Allergien eingesetzt. Einige Wirkstoffe können jedoch müde machen und die Konzentration verringern. Alkohol verstärkt diese Effekte zusätzlich – typische Folgen sind Schläfrigkeit, Schwindel und verlangsamtes Reaktionsvermögen.
Hustenstiller: Einfluss auf das Nervensystem
Zentral wirksame Hustenstiller, etwa mit dem Wirkstoff Dextromethorphan, dämpfen das Nervensystem. Schon allein können sie die Reaktionsfähigkeit einschränken. In Kombination mit Alkohol steigt das Risiko deutlich. Neben Schwindel und Übelkeit kann es im Extremfall zu Bewusstlosigkeit oder Atemproblemen kommen.
Schlafmittel: Nachwirkungen am nächsten Tag möglich
Viele Schlafmittel wirken beruhigend und dämpfend. Wird zusätzlich Alkohol konsumiert, verstärkt sich dieser Effekt. Die Folge: eingeschränkte Reaktionsfähigkeit – teilweise noch am nächsten Tag.
Blutdrucksenker: Vorsicht zu Beginn der Therapie
Bei neu eingestellten Blutdruckmedikamenten fühlen sich manche Patienten zunächst müde oder abgeschlagen. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass die Therapie greift. Dennoch gilt: In dieser Phase sollte man vorsichtig sein und möglichst nicht selbst fahren, bis sich der Körper an die Behandlung gewöhnt hat.
Was Experten raten
„Medikamente und Alkohol können beide erhebliche Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit haben“, warnt Apothekerin Ursula Funke aus Wiesbaden. Im Zweifel gilt: lieber auf das Autofahren verzichten.
Sicher unterwegs: So minimieren Sie das Risiko
Achten Sie auf Warnzeichen wie Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme
Lesen Sie die Hinweise in der Packungsbeilage
Fragen Sie in der Apotheke gezielt nach möglichen Einschränkungen
Nutzen Sie Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrdienste
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte besonders aufmerksam sein. Schon kleine Einschränkungen können im Straßenverkehr entscheidend sein.
Quelle: Landesapothekerkammer Hessen - presse