Ernährung und Uhrzeit: Besser Fett am Morgen, Kohlenhydrate am Abend?

Elisabeth Kerler  |  09.04.2026 12:32 Uhr

Fett morgens, Kohlenhydrate abends? Was eine Genanalyse über Essenszeiten, Übergewicht und Typ-2-Diabetes nahelegt – und was noch unklar ist.

Junger Mann frühstückt.
Frühstück: Lieber Kohlenhydrate oder Fett und dafür zum Abend mehr vom anderen? Das hat ein Forschungsteam untersucht.
© NiseriN/iStockphoto

Kann der Zeitpunkt von Fett und Kohlenhydraten eine Rolle für Stoffwechsel und Gewicht spielen? Eine kleine Studie liefert Hinweise darauf, dass die Verteilung der Nährstoffe über den Tag mit Entzündungsprozessen im Körper zusammenhängen könnte.

Ernährung und Essenszeiten: Hinweise aus einer kleinen Studie

Ein Forschungsteam hat mittels des aktiven Genprofils untersucht, ob es einen Unterschied macht, wann Fett und Kohlenhydrate gegessen werden. Die Gene stehen mit Prozessen im Körper in Verbindung, die eine Rolle bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes spielen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin: Wenn die Teilnehmenden morgens mehr Fett und abends mehr Kohlenhydrate zu sich nahmen, waren bestimmte entzündungsbezogene Vorgänge im Körper weniger aktiv als bei der umgekehrten Verteilung.

Studiendesign: Gleiche Kalorien, unterschiedliche Tagesverteilung

An der Studie nahmen 29 erwachsene Männer mit Übergewicht ohne Typ-2-Diabetes-Erkrankung teil. Vier Wochen lang hielten sie Speisepläne mit gleicher Kalorienzufuhr ein: Einer sah morgens viel Fett und abends Kohlenhydrate vor, der andere umgekehrt. Nach einer vierwöchigen Pause bekamen die Männer den jeweils anderen Plan. Dazwischen nahm das Forschungsteam Blutproben sowie Gewebeproben des Fettes unter der Haut.

Entzündungsprozesse im Fokus

Die Auswertung zeigte: Wenn die Teilnehmer morgens kohlenhydratreich und abends fettreich aßen, waren mehr Gene aktiv, die mit Entzündungsprozessen zusammenhängen. Diese Prozesse spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Stoffwechselstörungen, darunter Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Das Immunsystem ist daran beteiligt.

Was bedeuten die Ergebnisse für den Alltag?

Die Studie liefert Hinweise darauf, dass nicht nur was wir essen, sondern auch wann wir bestimmte Nährstoffe zu uns nehmen, eine Rolle spielen könnte. Das Forschungsteam sieht darin einen möglichen Ansatz für Ernährungsstrategien, die auf den Tagesrhythmus abgestimmt sind. Ziel wäre es, Stoffwechselprozesse günstig zu beeinflussen und Entzündungen zu reduzieren, denn beides steht mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes in Zusammenhang. 

Einordnung: Erste Hinweise

Wichtig ist jedoch: Die Ergebnisse stammen aus einer kleinen Studie mit begrenzter Teilnehmerzahl. Ob sich die Beobachtungen auf andere Gruppen übertragen lassen, ist noch unklar. Weitere Forschung ist nötig, um besser zu verstehen:

  • wie stark der Einfluss von Essenszeiten tatsächlich ist
  • und ob sich daraus konkrete Empfehlungen ableiten lassen

Quelle: DOI 10.1016/j.foodres.2026.118685

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