Schwangerschaftsdiabetes: Gesunder Lebensstil – geringeres Herzrisiko

Elisabeth Kerler  |  16.01.2026 11:39 Uhr

Was nützt ein gesunder Lebensstil dem Herz-Kreislauf-System nach Schwangerschaftsdiabetes? Das hat eine Langzeitstudie untersucht.

Frau zwischen 40 und 60 isst einen Salat aus einer Glasschüssel, während sie sich an einen Gymnastikball lehnt.
Früher in der Schwangerschaft Gestationsdiabetes und später auf einen Lebensstil mit Sport und gesunder Ernährung geachtet? Das könnte sich für das Herz lohnen, so eine Studie.
© Prostock-Studio/iStockphoto

Mit Schwangerschaftsdiabetes stehen Risiken für das Herz-Kreislauf-System in Zusammenhang. Ist es möglich, mit einem gesunden Lebensstil gegenzusteuern? Hinweise darauf liefert eine fast 28-jährige Langzeitstudie. 

Langzeitstudie mit fast 28 Jahren Beobachtungszeit

Für die Studie wertete das Team Daten von mehr als 4.000 Frauen aus, bei denen 1989 und 2001 Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert worden war. Zu dem Zeitpunkt hatten sie weder Typ-2-Diabetes noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch Krebs. Im Mittel hatten die Frauen über 27,9 Jahre hinweg alle zwei bis vier Jahre angegeben, wie gesund ihr Lebensstil war. 

Fünf Kriterien für einen gesunden Lebensstil

Für einen gesunden Lebensstil legte das Forschungsteam fünf Faktoren fest:

  1. Normalgewicht: Ein Body-Mass-Index unter 25 Kilogramm pro Quadratmeter
  2. Ausgewogene Ernährung: Gemessen mit dem „Alternativen Gesunden Ernährungsindex“ von 2010, bei dem elf Ernährungsfaktoren mit Zahlen zwischen 0 (ungesund) und 10 (gesund) bewertet werden. Für die Studie wurde eine Ernährung ab 66 Punkten als gesund gewertet.
  3. Ausreichend Bewegung: Mindestens 150 Minuten moderates oder 75 Minuten intensives Training pro Woche
  4. Rauch-Verzicht
  5. Moderater Alkoholkonsum: 5 bis 14,9 Gramm pro Tag

Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden erfasst?

Als relevante Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählten Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, nachgewiesene Angina pectoris sowie eine so stark eingeschränkte Durchblutung der Herzkranzgefäße, dass ein operativer Eingriff (koronare Revaskularisation) erforderlich war.

Mehr gesunde Faktoren, geringeres Risiko

Im Verlauf der fast 28 Jahre registrierte das Team insgesamt 188 dieser Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei stellte das Forschungsteam einen Zusammenhang zwischen der Anzahl erfüllter Lebensstil-Faktoren und dem Erkrankungsrisiko fest.

Im Vergleich zu Frauen, die keines der Kriterien erfüllten, war das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

  • um 44 Prozent geringer, wenn ein Faktor erfüllt war
  • um 60 Prozent geringer bei zwei Faktoren
  • um 68 Prozent geringer bei drei Faktoren
  • um 86 Prozent geringer bei vier Faktoren

Bei Frauen, die alle fünf Kriterien erfüllten, trat in der Studie keine der untersuchten Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.

Veränderungen im Lebensstil machten einen Unterschied

Auch Veränderungen im Laufe der Jahre spielten eine Rolle: Frauen, die mit der Zeit mehr Kriterien eines gesunden Lebensstils erfüllten, hatten ein geringeres Herz-Kreislauf-Risiko. Umgekehrt stieg das Risiko bei denjenigen, deren Lebensstil sich verschlechterte. Verglichen hatte das Forschungsteam sie mit Frauen, bei denen sich nichts hinsichtlich der Kriterien veränderte. 

Was sich aus den Ergebnissen ableiten lässt

Allerdings kann in dieser Form von Studie keine Ursache-Wirkung-Beziehung festgestellt werden. So ist auch dieser Zusammenhang nur als ein Hinweis darauf zu lesen: Wer auf lange Sicht die Kriterien für einen gesunden Lebensstil einhielt – oder sich in Bezug darauf verbessernte – hatte in der Studie nach Schwangerschaftsdiabetes ein geringeres Herz-Kreislauf-Risiko.

Quelle: DOI 10.1161/JAHA.124.038936

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