Podcast: Mundgeruch loswerden - so geht's

aponet.de  |  03.03.2026 09:15 Uhr

Warum entsteht Mundgeruch wirklich? Und was hilft dauerhaft? Der Podcast klärt Ursachen, Warnzeichen und wirksame Maßnahmen.

Warum entsteht Mundgeruch wirklich? Und was hilft dauerhaft? Der Podcast klärt Ursachen, Warnzeichen und wirksame Maßnahmen.

Mundgeruch ist weit verbreitet – viele merken es nicht

Mundgeruch, medizinisch Halitosis genannt, betrifft mehr Menschen, als viele denken. Laut einer Studie der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung leidet jeder Vierte in Deutschland täglich unter schlechtem Atem, bei den über 60-Jährigen sogar jeder Zweite. Gleichzeitig glaubt rund ein Viertel der Betroffenen nur fälschlicherweise, Mundgeruch zu haben.

Das Problem: Die eigene Wahrnehmung ist unzuverlässig. Der Körper gewöhnt sich an Gerüche, auch an den eigenen Atem. Deshalb bleibt Mundgeruch oft lange unbemerkt – oder wird aus Unsicherheit überschätzt. Im Podcast erklärt Experte Peter Erik Felzer, wie man zwischen harmlosen Ursachen und behandlungsbedürftigen Problemen unterscheidet.

Ursachen für Mundgeruch: akut oder chronisch?

Nicht jeder schlechte Atem hat denselben Ursprung. Felzer unterscheidet klar zwischen akuten und chronischen Ursachen.

Akuter Mundgeruch entsteht meist durch bestimmte Lebensmittel wie Knoblauch oder rohe Zwiebeln. Auch Rauchen kann den Atem kurzfristig verschlechtern. In diesen Fällen verschwindet der Geruch in der Regel wieder von selbst.

Chronischer Mundgeruch hat häufig bakterielle Ursachen im Mundraum. Über 300 Bakterienarten leben dort. Problematisch sind vor allem sogenannte Fäulnisbakterien. Sie zersetzen Eiweiße und setzen dabei Schwefelverbindungen frei – genau diese Stoffe riechen unangenehm.

Begünstigt wird das durch:

  • unzureichende Mundhygiene
  • Zahnersatz, Kronen oder Zahnspangen
  • schwer zugängliche Zahnzwischenräume

In rund 85 Prozent der Fälle liegt die Ursache direkt im Mund.

Mundgeruch erkennen: Welche Selbsttests sinnvoll sind

Viele kennen den klassischen Handtest – in die Hand ausatmen und daran riechen. Laut Felzer taugt diese Methode wenig.

Zuverlässiger ist ein einfacher Selbsttest mit einer Plastiktüte: hineinatmen, sie verschließen und nach 10 bis 15 Minuten öffnen. Der Geruch lässt sich dann realistischer beurteilen.

Noch besser ist eine ehrliche Rückmeldung von einer vertrauten Person. Auch wenn das Überwindung kostet, liefert es meist die klarste Einschätzung.

Wann Mundgeruch ein Warnzeichen für Krankheiten ist

In den meisten Fällen steckt keine schwere Erkrankung hinter Mundgeruch. Selten können jedoch Magen-Darm-Erkrankungen oder Atemwegsinfekte eine Rolle spielen.

Ein besonders wichtiges Warnsignal ist ein nach Aceton riechender Atem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes. Dieser Geruch kann auf eine diabetische Ketoazidose hinweisen. Dabei übersäuert das Blut – ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss.

Solche Fälle sind selten, zeigen aber: Anhaltender oder ungewöhnlich riechender Atem sollte ernst genommen werden.

Was wirklich gegen Mundgeruch hilft

Wer Mundgeruch loswerden möchte, sollte bei der Basis beginnen: gründliche Mundhygiene.

Empfohlen wird:

  • zweimal täglich Zähneputzen
  • tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
  • regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt

Kaugummis und Pfefferminzbonbons überdecken den Geruch nur kurzfristig. Sie lösen das Problem nicht. Chlorophyll-Kapseln aus der Apotheke können laut Experte helfen. Sie blockieren geruchsbildende Enzyme und wirken von innen. Eine individuelle Beratung in der Apotheke ist sinnvoll.

Parodontitis als häufige Ursache für schlechten Atem

Bleibt Mundgeruch trotz guter Pflege bestehen, sollte ein Zahnarzt die Ursache klären. Häufig steckt eine Parodontitis dahinter – eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats.

Parodontitis schädigt Zahnfleisch und Knochen und fördert die Ansammlung geruchsbildender Bakterien. Eine professionelle Zahnreinigung und gezielte Behandlung verbessern nicht nur den Atem, sondern schützen auch die Zähne langfristig.

Mundspülungen und Chlorhexidin: Nutzen und Risiken

Viele greifen zu Mundspülungen. Doch herkömmliche Produkte überdecken meist nur den Geruch.

Chlorhexidin-haltige Spülungen wirken antibakteriell und können kurzfristig helfen. Bei längerer Anwendung drohen jedoch Nebenwirkungen wie Zahnverfärbungen oder Geschmacksstörungen. Deshalb sollte die Anwendung immer mit dem Zahnarzt abgestimmt werden.

Probiotika gegen Mundgeruch: Was Studien zeigen

Spannend ist der Blick auf Probiotika. Chinesische Forscher analysierten sieben Studien mit fast 300 Patienten. Das Ergebnis: Probiotika können schlechten Atem nachweislich verbessern.

Die Idee dahinter ist einfach: Gute Bakterien verdrängen schädliche Keime im Mundraum. Probiotika stecken in Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder sind als Präparate erhältlich. Sie können eine sinnvolle Ergänzung zur Mundhygiene sein, ersetzen sie aber nicht.

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