Frauen: Mehr hochverarbeitete Lebensmittel, geringere Fruchtbarkeit

Elisabeth Kerler  |  25.03.2026 15:46 Uhr

Kinderwunsch und Ernährung: Eine Studie deutet auf einen Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und Fruchtbarkeit hin.

Ein Paar freut sich, die Frau hält einen Schwangerschaftstest in den Händen.
Endlich schwanger? Frauen, die damit über ein Jahr lang Schwierigkeiten hatten, aßen in einer Studie mehr hochverarbeitete Lebensmittel.
© Rawpixel/iStockphoto

Frauen, die weniger hochverarbeitete Lebensmittel essen, haben bessere Chancen, schwanger zu werden. Dabei geht es offenbar um mehr als Kalorien oder Gewicht. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie mit Daten von mehr als 2.500 Frauen, die regelmäßig Angaben zu ihrer Ernährung machten und Blutproben abgaben. Darauf weist die McMaster University hin. 

Frauen mit Unfruchtbarkeits-Problematik aßen mehr hochverarbeitete Lebensmittel

Auf diese Weise fand das Forschungsteam heraus: Frauen, die berichteten, seit mehr als einem Jahr vergeblich zu versuchen, schwanger zu werden, aßen mehr hochverarbeitete Lebensmittel. Diese Produkte machten bis zu 31 Prozent ihrer täglichen Ernährung aus. Auch entsprach die Ernährung dieser Frauen weniger den Empfehlungen der Mediterranen Ernährung. Diese sieht viel Obst und Gemüse, Vollkorn und gesunde Fette vor. 

Auch betont die McMaster University: Auf individueller Ebene scheine der Effekt gering zu sein, aber in vollständig angepassten Modellen wäre ein größerer Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit einer um etwa 60 Prozent verringerten Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft verbunden. Auf Bevölkerungsebene könne angesichts des weitverbreiteten Konsums dieser Lebensmittel das relevant sein.

Mehr als Kalorien: Verarbeitung spielt eine Rolle

Anthea Christoforou, Assistenzprofessorin an der McMaster University, in der Mitteilung erklärte in der Mitteilung: Ihre Ergebnisse deuteten auf komplexere Zusammenhänge als Kalorien oder Gewicht hin.  Auch wenn die Nährstoffzufuhr auf den ersten Blick passe, könne, wer mehr hochverarbeitete Lebensmittel esse, dabei zusätzliche Additive und Chemikalien aufnehmen. Diese müssten nicht zwingend etwas mit der Kalorienzufuhr zu tun haben. 

Erklärungsansatz: Chemikalien mit Einfluss auf den Hormonhaushalt

So verweis Angelina Baric, Co-Autorin der Studie, auf Chemikalien wie Phthalate, BPA und Akrylamide, die in hochverarbeiteten Lebensmitteln aus der Verpackung oder dem Herstellungsprozess stammen könnten. „Diese Substanzen sind bekannt dafür, Hormone zu stören.“ Das könne mit zu dem Zusammenhang beitragen, die das Forschungsteam zwischen Fruchtbarkeit und hochverarbeiteten Lebensmitteln sah.

Was tun? Hinweise auf mediterrane Ernährung

Frauen, die sich stärker an einer mediterranen Ernährungsweise zeigten tendenziell bessere Fruchtbarkeitswerte. Dieser Zusammenhang hing jedoch auch mit dem Körpergewicht zusammen. Baric betonte: „Es geht nicht um Perfektion – sondern darum, darauf zu achten, wie Lebensmittel verarbeitet sind, häufiger natürliche Produkte zu wählen und Zutaten zu bevorzugen, die man kennt. Schon solche einfachen Veränderungen können die Belastung durch Stoffe verringern, die wir noch nicht vollständig verstehen.“

Quelle: DOI 10.1177/02601060261433154

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