Kinderwunsch und Ernährung: Eine Studie deutet auf einen Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und Fruchtbarkeit hin.

Frauen, die weniger hochverarbeitete Lebensmittel essen, haben bessere Chancen, schwanger zu werden. Dabei geht es offenbar um mehr als Kalorien oder Gewicht. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie mit Daten von mehr als 2.500 Frauen, die regelmäßig Angaben zu ihrer Ernährung machten und Blutproben abgaben. Darauf weist die McMaster University hin.
Auf diese Weise fand das Forschungsteam heraus: Frauen, die berichteten, seit mehr als einem Jahr vergeblich zu versuchen, schwanger zu werden, aßen mehr hochverarbeitete Lebensmittel. Diese Produkte machten bis zu 31 Prozent ihrer täglichen Ernährung aus. Auch entsprach die Ernährung dieser Frauen weniger den Empfehlungen der Mediterranen Ernährung. Diese sieht viel Obst und Gemüse, Vollkorn und gesunde Fette vor.
Auch betont die McMaster University: Auf individueller Ebene scheine der Effekt gering zu sein, aber in vollständig angepassten Modellen wäre ein größerer Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit einer um etwa 60 Prozent verringerten Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft verbunden. Auf Bevölkerungsebene könne angesichts des weitverbreiteten Konsums dieser Lebensmittel das relevant sein.
Anthea Christoforou, Assistenzprofessorin an der McMaster University, in der Mitteilung erklärte in der Mitteilung: Ihre Ergebnisse deuteten auf komplexere Zusammenhänge als Kalorien oder Gewicht hin. Auch wenn die Nährstoffzufuhr auf den ersten Blick passe, könne, wer mehr hochverarbeitete Lebensmittel esse, dabei zusätzliche Additive und Chemikalien aufnehmen. Diese müssten nicht zwingend etwas mit der Kalorienzufuhr zu tun haben.
So verweis Angelina Baric, Co-Autorin der Studie, auf Chemikalien wie Phthalate, BPA und Akrylamide, die in hochverarbeiteten Lebensmitteln aus der Verpackung oder dem Herstellungsprozess stammen könnten. „Diese Substanzen sind bekannt dafür, Hormone zu stören.“ Das könne mit zu dem Zusammenhang beitragen, die das Forschungsteam zwischen Fruchtbarkeit und hochverarbeiteten Lebensmitteln sah.
Frauen, die sich stärker an einer mediterranen Ernährungsweise zeigten tendenziell bessere Fruchtbarkeitswerte. Dieser Zusammenhang hing jedoch auch mit dem Körpergewicht zusammen. Baric betonte: „Es geht nicht um Perfektion – sondern darum, darauf zu achten, wie Lebensmittel verarbeitet sind, häufiger natürliche Produkte zu wählen und Zutaten zu bevorzugen, die man kennt. Schon solche einfachen Veränderungen können die Belastung durch Stoffe verringern, die wir noch nicht vollständig verstehen.“
Quelle: DOI 10.1177/02601060261433154
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern