Wer gegen Osteoporose verschriebene, stickstoffhaltige Bisphosphonate einnahm, hatte ein geringeres Risiko für eine Demenz, die im Kontext von Alzheimer oder verwandten Erkrankungen entsteht. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie mit Daten von mehr als 120.000 Personen.
Wie hängen Osteoporose und Demenz zusammen?
Osteoporose und Demenz treten bei älteren Erwachsenen häufig gemeinsam auf. Beide Erkrankungen teilen Risikofaktoren wie:
- ein höheres Alter,
- weibliches Geschlecht und
- geringe körperliche Aktivität.
Sie begünstigen sich aber auch wechselseitig: Osteoporose und Knochenbrüche sind Risikofaktoren für Demenz, und umgekehrt haben Menschen mit Demenz ein höheres Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Das hat die Forschenden auf die Spur gebracht, dass eine Behandlung von Osteoporose auch die Belastung durch Demenz zu verringern könnte.
Doppelter Nutzen von Bisphosphonaten
Stickstoffhaltige Bisphosphonate werden häufig gegen Osteoporose verschrieben. Die von ihnen beeinflussten Signalwege könnten auch bei der Entstehung von Demenz eine Rolle spielen. In dieser großen Studie bestätigte sich das:
- Das Demenzrisiko war bei Personen, die stickstoffhaltige Bisphosphonate verwendeten, um 16 Prozent geringer als bei Personen ohne Behandlung.
- Im Vergleich zu Personen mit anderen Osteoporose-Medikamenten war das Risiko sogar um 24 Prozent geringer.
- Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Frauen und Menschen mit Hüftfrakturen zu beobachten.
Pro 48 Personen könnte in fünf Jahren ein Fall von Demenz verhindert werden
Die Forschenden haben berechnet, dass die Behandlung von 48 Patienten mit stickstoffhaltigen Bisphosphonaten über fünf Jahre einen Demenzfall verhindern könnte. Prof. Cheung Ching-lung von der Universität Hong Kong erklärte in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: „Diese Ergebnisse zeigen einen möglichen Ansatz zur Senkung des Demenzrisikos mithilfe sicherer Bisphosphonate auf. Während wir auf neue Therapien warten, könnten in unserer schnell alternden Gesellschaft diese bereits zugänglichen Medikamente einen zusätzlichen Schutz für Risikogruppen bieten können.“
Quelle: DOI 10.1002/alz.70503