Pollen überall: Warum Heuschnupfen auch in der Wohnung zuschlägt und welche Tipps und Medikamente Allergikern wirklich helfen.
Heuschnupfen und Pollenallergie: Warum Beschwerden auch drinnen auftreten
Viele Allergiker denken zuerst an blühende Wiesen oder Parks, wenn sie an Heuschnupfen denken. Doch die Beschwerden entstehen oft nicht nur draußen. Auch in Innenräumen können Pollen zum Problem werden.
Rüdiger Freund, Chefredakteur von aponet.de und Apotheker, erklärt im Podcast: Pollen gelangen über offene Fenster, Türen oder Lüftungssysteme in Wohnungen und Häuser. Dort können sie sich in der Raumluft verteilen und allergische Reaktionen auslösen.
Typische Symptome einer Pollenallergie sind Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase, juckende Augen und Müdigkeit. Besonders während der Pollenflugzeiten reagieren Betroffene empfindlich.
Pollenbelastung in der Wohnung senken: Lüften und Luft reinigen
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Pollenmenge in Innenräumen deutlich reduzieren. Eine wichtige Rolle spielt das richtige Lüften. Die beste Lüftungszeit hängt davon ab, ob man in der Stadt oder auf dem Land lebt.
Auf dem Land fliegen die meisten Pollen früh am Morgen, etwa zwischen 4 und 6 Uhr. Dort empfiehlt es sich, eher am Abend zu lüften. In Städten ist es umgekehrt: Die Pollenbelastung steigt häufig am Abend ab etwa 19 Uhr an, deshalb ist morgendliches Lüften meist sinnvoller.
Zusätzlich können Pollenfilter helfen. Sie lassen sich zum Beispiel in Auto-Lüftungen oder in Wohnraum-Lüftungsanlagen einsetzen. Auch Luftreiniger können sinnvoll sein. Viele Geräte, die während der Corona-Pandemie verbreitet waren, filtern mit speziellen HEPA-Filtern nicht nur Feinstaub, sondern auch Pollen aus der Raumluft.
Pollen an Kleidung und Haaren: Wie sie ins Schlafzimmer gelangen
Pollen haften leicht an Kleidung, Schuhen und Haaren. Dadurch werden sie oft unbemerkt in die Wohnung getragen. Rüdiger Freund empfiehlt deshalb eine einfache Routine: Wer nach Hause kommt, sollte möglichst direkt die Kleidung wechseln. Die getragenen Sachen sollten nicht im Schlafzimmer gelagert oder ausgelüftet werden, sondern möglichst in der Wäsche landen.
Besonders bei langen Haaren kann es sinnvoll sein, sie am Abend zu waschen. Dadurch gelangen weniger Pollen ins Bett, was nächtliche Beschwerden wie Niesen oder juckende Augen reduzieren kann. Während der Allergiesaison hilft außerdem ein häufiger Wechsel der Bettwäsche, um angesammelte Pollen zu entfernen.
Outdooraktivitäten bei Pollenallergie besser planen
Wer unter Heuschnupfen leidet, muss nicht komplett auf Bewegung im Freien verzichten. Wichtig ist jedoch, Aktivitäten an die Pollenflugzeiten anzupassen. Auf dem Land sind Abendstunden meist günstiger für Sport oder Spaziergänge, weil dann weniger Pollen in der Luft sind. In Städten ist dagegen der Morgen oft die bessere Wahl.
Ein weiterer Tipp: Nach Regenschauern ist die Luft meist deutlich pollenärmer. Viele Allergiker empfinden diese Zeit deshalb als besonders angenehm.
Orte mit besonders hoher Pollenbelastung sind Wiesen, Felder und Wälder. Wer Beschwerden vermeiden möchte, kann alternative Wege wählen oder zeitweise auf Hallensport oder das Fitnessstudio ausweichen.
Medikamente gegen Heuschnupfen: Welche Behandlung hilft
Wenn Vermeidungsstrategien nicht ausreichen, können Medikamente die Beschwerden deutlich lindern. In Apotheken sind verschiedene rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen erhältlich. Dazu gehören Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin. Diese Medikamente blockieren die Wirkung des Botenstoffs Histamin, der für viele Allergiesymptome verantwortlich ist. Sie sind als Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen verfügbar und wirken meist schnell. Viele Präparate sind auch für Kinder geeignet.
Bei stärkeren Beschwerden können kortisonhaltige Nasensprays helfen. Sie wirken lokal in der Nasenschleimhaut und verursachen bei kurzfristiger Anwendung kaum systemische Nebenwirkungen.
Zur Vorbeugung gibt es außerdem spezielle Nasensprays und Augentropfen. Diese sollten idealerweise einige Wochen vor Beginn der persönlichen Heuschnupfensaison angewendet werden, um die allergische Reaktion abzuschwächen.