Druck im Gesicht, Nase dicht. Diese Podcastfolge zeigt, wie Nebenhöhlenprobleme entstehen und was wirklich Linderung bringt.
Wo liegen die Nasennebenhöhlen und wozu dienen sie
In dieser Podcastfolge sprechen Ulli Harras und Apotheker Rüdiger Freund über die Nasennebenhöhlen und ihre Rolle bei Erkältungen. Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen rund um die Nase. Dazu gehören unter anderem die Stirnhöhlen oberhalb der Nase sowie weitere Höhlen hinter den Wangen und Augen.
Diese Hohlräume sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Sie produzieren Sekret, das normalerweise über enge Verbindungsgänge in die Nasenhaupthöhle abfließt. Genau hier beginnt bei einer Erkältung oft das Problem.
Verstopfte Nebenhöhlen - typische Symptome
Bei einem grippalen Infekt schwillt die Schleimhaut in Nase und Nebenhöhlen an. Der Schleim wird zäh, kann schlechter abfließen und staut sich. Die Folge sind ein Druckgefühl im Gesicht, Kopfschmerzen oder Schmerzen beim Bücken.
Apotheker Freund erklärt im Podcast, dass verstopfte Nasennebenhöhlen den Heilungsverlauf verlängern können. Bleibt das Sekret zu lange in den Höhlen, fühlen sich viele Betroffene tagelang abgeschlagen, obwohl die Erkältung eigentlich schon abklingen müsste.
Schleim lösen bei Erkältung - Mittel aus der Apotheke
Ein zentraler Ansatz bei verstopften Nebenhöhlen ist die Schleimverflüssigung. Freund empfiehlt Präparate mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus. Sie sorgen dafür, dass das Sekret flüssiger bleibt und besser abtransportiert wird.
Bewährt haben sich außerdem pflanzliche Kombinationspräparate, etwa mit Enzian, Eisenkraut und Sauerampfer. Für diese Wirkstoffe gibt es Studien, die ihre Wirksamkeit bei Nebenhöhlenbeschwerden belegen. Sie unterstützen die natürliche Selbstreinigung der Schleimhäute.
Inhalieren ist wohltuend, aber nicht belegt
Viele Menschen greifen bei verstopfter Nase zu Inhalationen mit heißem Dampf. Zusätze wie Erkältungssalben oder Kamillenblüten empfinden viele als angenehm. Der warme Dampf befeuchtet die Schleimhäute und kann subjektiv Erleichterung bringen.
Freund weist darauf hin, dass es für diese Methode keine klaren wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise gibt. Als unterstützende Maßnahme kann Inhalieren dennoch sinnvoll sein, solange man vorsichtig mit der Hitze umgeht.
Nasenspülung richtig anwenden und Nebenhöhlen befreien
Als besonders effektiv beschreibt der Podcast Nasenspülungen mit körperwarmem Salzwasser. Sie helfen dabei, Schleim, Erreger und Schwellungen aus Nase und Nebenhöhlen zu entfernen.
Spezielle Nasenspülkannen sind in der Apotheke erhältlich. Die Technik ist einfach und kann dort auch erklärt werden. Regelmäßig angewendet, können Nasenspülungen die Atmung spürbar erleichtern und den Heilungsprozess unterstützen.
Wann Antibiotika bei Sinusitis sinnvoll sind
Ein wichtiger Punkt im Gespräch mit Rüdiger Freund ist der Einsatz von Antibiotika. Bei einer normalen Erkältung sind sie nicht hilfreich, da die Ursache fast immer Viren sind. Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien.
Erst wenn sich auf einen langanhaltenden viralen Infekt eine bakterielle Superinfektion legt, kann ein Arzt Antibiotika verordnen. Typische Hinweise sind anhaltend starke Schmerzen, Fieber oder eitriges Sekret.