Welche Symptome auf eine Nahrungsmittelallergie hindeuten und worauf Betroffene im Alltag achten sollten, erklärt dieser Podcast kompakt und verständlich.
Was ist eine Nahrungsmittelallergie?
Eine Nahrungsmittelallergie entsteht, wenn das Immunsystem eigentlich harmlose Bestandteile von Lebensmitteln als gefährlich einstuft. Der Körper bildet Abwehrstoffe und reagiert oft sehr schnell nach dem Essen. Im Podcast spricht Host Ulli Harraß mit Rüdiger Freund, Apotheker und Chefredakteur von aponet.de, darüber, wie sich diese Reaktionen äußern und warum eine klare Diagnose so wichtig ist.
Typische Symptome einer Nahrungsmittelallergie
Die Beschwerden treten meist innerhalb von 30 Minuten nach dem Verzehr auf. Häufig sind Magen-Darm-Symptome wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen. Dazu kommen Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötungen, Ausschlag oder Quaddeln. Auch der Mund- und Rachenraum kann betroffen sein, etwa durch Kribbeln oder Schwellungen. In schweren Fällen kommt es zu Atemproblemen bis hin zu Asthmaanfällen.
Häufige Auslöser im Überblick
Zu den bekanntesten allergieauslösenden Lebensmitteln zählen Nüsse, Fisch, Milch und Milchprodukte, Hühnereier sowie Soja. Besonders Nussallergien beginnen oft schon im Kindesalter und bleiben meist ein Leben lang bestehen. In Restaurants und Imbissen müssen Allergenlisten mit den wichtigsten Auslösern gut sichtbar sein, das hilft Betroffenen, Risiken zu vermeiden.
Kreuzallergien: Wenn Pollen und Lebensmittel zusammenhängen
Viele Menschen mit Heuschnupfen entwickeln sogenannte Kreuzallergien. Wer etwa auf Birkenpollen allergisch reagiert, verträgt häufig auch Äpfel, Haselnüsse oder Karotten schlecht. Bei einer Gräserpollenallergie kann sogar eine Reaktion auf Erdnüsse auftreten. Grund sind ähnliche Eiweißstrukturen, die das Immunsystem nicht auseinanderhalten kann. Kinder mit Neurodermitis haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Nahrungsmittelallergien.
Allergie oder Unverträglichkeit: der wichtige Unterschied
Eine echte Allergie ist immer eine Immunreaktion. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen bestimmte Stoffe. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit funktioniert anders. Bei der Laktoseintoleranz fehlt zum Beispiel das Enzym Laktase, das Milchzucker spaltet. Die Symptome ähneln sich oft, die Ursachen sind jedoch verschieden. Während bei Unverträglichkeiten Enzympräparate helfen können, bleibt bei Allergien meist nur das konsequente Meiden des Auslösers.
Behandlung und Alltagstipps bei Nahrungsmittelallergien
Medikamentöse Möglichkeiten sind begrenzt. Antihistaminika können bei Hautreaktionen helfen, bei schweren allergischen Reaktionen sind Notfallmedikamente lebenswichtig. Manchmal reduziert Erhitzen die allergene Wirkung, etwa bei Haselnüssen im Kuchen. Das gilt jedoch nicht immer und sollte nicht ungetestet ausprobiert werden. Eine ärztliche Abklärung und eine Ernährungsberatung helfen, Mangelernährung zu vermeiden und sichere Alternativen zu finden.