Wie sinnvoll ist Zink bei Erkältung wirklich? Im Podcast erklärt Apotheker Rüdiger Freund, was Studien sagen und wann eine Einnahme hilft.
Zink: Ein essentielles Spurenelement für den Körper
Zink gehört zu den Spurenelementen, die unser Körper unbedingt braucht, aber nicht selbst herstellen kann. Wir müssen es also täglich über die Ernährung aufnehmen. In der Podcastfolge sprechen Ulli Harraß und Rüdiger Freund darüber, warum Zink so wichtig für viele Prozesse im Körper ist.
Zink spielt eine zentrale Rolle für Haut, Haare und Nägel, unterstützt die Wundheilung und ist notwendig für Zellwachstum und Zellteilung. Außerdem wirkt es bei vielen Stoffwechselvorgängen mit, weil es Bestandteil zahlreicher Enzyme ist. Auch für die Fruchtbarkeit, zum Beispiel bei der Spermienbildung, und für ein starkes Immunsystem ist Zink entscheidend.
Zinkmangel: Welche Symptome können auftreten?
Ein echter Zinkmangel ist insgesamt selten, zeigt sich aber oft durch eher unspezifische Beschwerden. Genau das macht ihn manchmal schwer zu erkennen. Rüdiger Freund erklärt, dass typische Anzeichen sein können:
- Hautprobleme wie Ekzeme
- Haarausfall
- Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall
- schlechte oder verzögerte Wundheilung
- häufigere Infekte
Diese Symptome können auch andere Ursachen haben. Wer einen Verdacht hat, sollte deshalb ärztlich abklären lassen, ob tatsächlich ein Mangel besteht.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für Zinkmangel?
Bestimmte Gruppen sind häufiger betroffen, weil bei ihnen die Aufnahme von Zink über den Darm gestört sein kann. Dazu zählen vor allem:
- Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
- Alkoholkranke
Bei diesen Risikogruppen kann eine gezielte Zinkeinnahme sinnvoll sein, aber am besten nach ärztlicher Empfehlung.
Zink bei Erkältung: Kann es die Dauer verkürzen?
Ein besonders spannender Teil der Folge: die Frage, ob Zink bei Erkältungen wirklich hilft. Die Studienlage ist hier relativ gut. Ulli Harraß und Rüdiger Freund sprechen über eine große Übersichtsarbeit mit rund 30 Studien. Das Ergebnis: Wenn Zink gleich bei den ersten Erkältungssymptomen eingenommen wird, kann es die Krankheitsdauer im Durchschnitt um etwa zwei Tage verkürzen. Für gesunde Erwachsene bringt eine höhere Zinkeinnahme zur Vorbeugung dagegen keinen klaren Vorteil.
Zink richtig einnehmen: Zeitpunkt und Anwendung
Rüdiger Freund empfiehlt, Zink möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn einer Erkältung einzunehmen. Dann scheint der Effekt am größten zu sein. Ob als Tablette oder Lutschtablette spielt dabei keine entscheidende Rolle. Wichtig ist vor allem, früh zu starten und nicht über längere Zeit ohne medizinischen Grund hohe Dosen einzunehmen. Bei einem nachgewiesenen Zinkmangel sollte die Einnahme immer mit dem Arzt abgestimmt werden.
Weitere Tipps zur Unterstützung des Immunsystems
Neben Zink gibt es weitere Maßnahmen, die das Immunsystem während einer Erkältung unterstützen können. In der Podcastfolge werden unter anderem genannt:
- Echinacea-Präparate (Purpursonnenhutextrakt)
- Vitamin C
- viel Obst und Gemüse
- ausreichend Schlaf
- viel Flüssigkeit
Diese einfachen Schritte helfen dem Körper, schneller wieder fit zu werden.