Die wachsende Bevölkerung mit ausreichend Proteinen zu versorgen, stellt angesichts des Klimawandels eine Herausforderung dar. Vielleicht ist der Verzicht auf Fleisch gar nicht notwendig: Es kann künstlich hergestellt werden.
Erste Markteinführungen bereits in einigen Ländern
Vor einigen Jahren eine kleine Sensation: Ende 2020 kam in Singapur das erste im Labor gezüchtete Hühnchenfleisch auf den Markt. Inzwischen ist der Vertrieb von Laborfleisch in einer Handvoll weiteren Ländern erlaubt, beispielsweise in den USA und Australien. In der EU darf „Clean Meat“ oder auch „Cultured Meat“ aktuell noch nicht vertrieben werden.
Fleisch wächst in der Petrischale
Wie wächst Fleisch im Labor? Einem Rind, Schwein oder Huhn wird Muskelgewebe entnommen, Stammzellen werden isoliert und in einem Nährmedium vermehrt. Die Zellen wachsen schließlich zu einer größeren, hackfleischähnlichen Masse heran. Auch die Herstellung von Fettzellen, die zu einem fleischähnlicheren Geschmack beitragen, ist möglich. Bisher ist die Produktion von Laborfleisch jedoch auf kleinere Mengen beschränkt.
Das bessere Fleisch?
Experten gehen davon aus, dass es wie echtes Fleisch auch biologisch hochwertiges Protein liefert. Auch die Verdaulichkeit sollte ähnlich gut wie bei herkömmlichem Fleisch sein. Langzeitwirkungen bei regelmäßigem Verzehr müssten jedoch noch genauer untersucht werden, da es bis jetzt keine Daten gibt.
Vorteile sehen Experten in den im Vergleich besseren hygienischen Bedingungen bei der Erzeugung im Labor. Die Anzahl an Krankheiten, die von Tieren sowie durch den Verzehr von tierischen Lebensmitteln auf den Menschen übertragen werden, könnten zurückgehen.
Nachhaltigkeit ist nicht garantiert
Aktuell benötigt man für die kleinen Produktionsmengen noch sehr viel Energie. Ob eine größere Produktion nachhaltig ist, hängt also auch davon ab, welche Energiequellen eingesetzt werden. Die Verbraucherzentrale weist auch darauf hin, aktuell meist fetales Kälberserum als Nährmedium genutzt wird. An Alternativen wird geforscht.