L-Thyroxin gehört zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Neue Studiendaten zeigen jedoch: In manchen Fällen können gerade Ältere das Arzneimittel absetzen – ohne dass sich die Schilddrüsenwerte verschlechtern.

Das Schilddrüsenhormon Levothyroxin (L-Thyroxin) wird vor allem bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) eingesetzt. In den letzten Jahren ist die Verordnung weiter gestiegen.
Ein möglicher Grund: Auch Menschen mit einer sogenannten subklinischen Hypothyreose erhalten zunehmend L-Thyroxin. Dabei ist zwar ein Blutwert (TSH-Wert) erhöht, die eigentlichen Schilddrüsenhormone liegen aber noch im Normalbereich. Diese Form kann sich oft von selbst wieder normalisieren – ein klarer Nutzen der Behandlung, besonders bei Älteren, ist nicht belegt.
In einer Studie der Universität im niederländischen Leiden mit 370 Personen ab 60 Jahren wurde untersucht, ob sich L-Thyroxin reduzieren oder absetzen lässt. Die Dosis wurde schrittweise alle sechs Wochen gesenkt und regelmäßig kontrolliert.
Das Ergebnis:
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei älteren Menschen die Notwendigkeit einer Behandlung regelmäßig überprüft werden sollte. Gerade bei niedriger Dosierung kann ein Absetzversuch sinnvoll sein. Weniger Medikamente im Alltag können die Tablettenbelastung reduzieren und das Risiko für Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln verringern.
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