„Dating-Apps verändern nicht nur, wie wir Menschen kennenlernen. Sie verändern auch, wie wir uns selbst sehen“, erklärt Studienleiterin Georgia Cuthill in einer Mitteilung zur Studie. Die permanente Rückmeldung zum Aussehen verstärke dabei eigene Schönheitsideale.
Dating-Apps prägen die Selbstwahrnehmung
Die Untersuchung mit 118 Personen im Alter von 18 bis 34 Jahren ergab, dass Nutzer im Schnitt 44 Minuten täglich auf Dating-Plattformen verbringen. Die Forschenden haben dabei klare Geschlechter-Unterschiede in Sachen Selbstwahrnehmung beobachten können.
Frauen und Männern reagieren unterschiedlich
Frauen messen danach ihren „Erfolg“ bei Dating-Plattformen häufig an Matches und Nachrichten. Bleiben diese aus, kann das schnell am Selbstwert kratzen. Sie reagieren laut der Forschenden sensibler auf äußere Bestätigung und sind dadurch anfälliger für Unsicherheiten.
Bei Männern zeigt sich ein anderes Muster: Hier hängt das Körperbild stärker mit der Nutzungsdauer zusammen. Wer häufiger auf den Plattformen unterwegs ist, erlebt in der Regel mehr Ablehnung. Das wiederum kann das Selbstwertgefühl ebenfalls belasten.
Warum der Vergleich bei Dating-Apps krank machen kann
Fachleute warnen, dass die Auswirkungen auf die Gesundheit erheblich sein können. Co-Autor Dr. John Mingoia betont: „Wir wissen, dass diese Muster das Risiko für Angstzustände, Depressionen, gestörtes Essverhalten und langfristige Störungen des Körperbildes erhöhen.“
Kreislauf droht: Suche nach Bestätigung ohne Ende
Angesichts der wachsenden Bedeutung von Online-Dating sei es daher besonders wichtig, diese Mechanismen zu erkennen. Laut den Forschenden braucht es gezielte Maßnahmen zur Förderung von Medienkompetenz, ähnlich wie sie bereits für Plattformen wie Instagram oder TikTok entwickelt wurden. „Das Selbstwertgefühl auf das Aussehen zu stützen, kann einen Kreislauf erzeugen, in dem ständig nach Bestätigung gesucht wird, diese sich jedoch selten ausreichend anfühlt“, so Mingoia.
DOI: 10.1177/02654075251409556