Dating-Apps – Risko für das Selbstbild? Das kann Swipen bewirken

Fabian HenkelElisabeth Kerler  |  09.04.2026 07:00 Uhr

Dating-Apps wie gehören für viele junge Erwachsene zum Alltag. Sie versprechen schnelle Kontakte und positive Bestätigung. Doch eine aktuelle Studie zeigt: Die ständige Bewertung durch andere beeinflusst auch die eigene Körperwahrnehmung – und zwar unterschiedlich bei Männern und Frauen.

Junger Mann hat sein Handy in der Hand und blickt in den Spiegel. Auf seinen Wangen ist deutlich weiße Kosmetik zu sehen.
Bei Männern hängt das Körperbild stärker mit der Nutzungsdauer der Dating-Apps zusammen, so die Studie.
© Prostock-Studio/iStockphoto

„Dating-Apps verändern nicht nur, wie wir Menschen kennenlernen. Sie verändern auch, wie wir uns selbst sehen“, erklärt Studienleiterin Georgia Cuthill in einer Mitteilung zur Studie. Die permanente Rückmeldung zum Aussehen verstärke dabei eigene Schönheitsideale.

Dating-Apps prägen die Selbstwahrnehmung

Die Untersuchung mit 118 Personen im Alter von 18 bis 34 Jahren ergab, dass Nutzer im Schnitt 44 Minuten täglich auf Dating-Plattformen verbringen. Die Forschenden haben dabei klare Geschlechter-Unterschiede in Sachen Selbstwahrnehmung beobachten können. 

Frauen und Männern reagieren unterschiedlich 

Frauen messen danach ihren „Erfolg“ bei Dating-Plattformen häufig an Matches und Nachrichten. Bleiben diese aus, kann das schnell am Selbstwert kratzen. Sie reagieren laut der Forschenden sensibler auf äußere Bestätigung und sind dadurch anfälliger für Unsicherheiten. 

Bei Männern zeigt sich ein anderes Muster: Hier hängt das Körperbild stärker mit der Nutzungsdauer zusammen. Wer häufiger auf den Plattformen unterwegs ist, erlebt in der Regel mehr Ablehnung. Das wiederum kann das Selbstwertgefühl ebenfalls belasten.

Warum der Vergleich bei Dating-Apps krank machen kann

Fachleute warnen, dass die Auswirkungen auf die Gesundheit erheblich sein können. Co-Autor Dr. John Mingoia betont: „Wir wissen, dass diese Muster das Risiko für Angstzustände, Depressionen, gestörtes Essverhalten und langfristige Störungen des Körperbildes erhöhen.“

Kreislauf droht: Suche nach Bestätigung ohne Ende 

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Online-Dating sei es daher besonders wichtig, diese Mechanismen zu erkennen. Laut den Forschenden braucht es gezielte Maßnahmen zur Förderung von Medienkompetenz, ähnlich wie sie bereits für Plattformen wie Instagram oder TikTok entwickelt wurden. „Das Selbstwertgefühl auf das Aussehen zu stützen, kann einen Kreislauf erzeugen, in dem ständig nach Bestätigung gesucht wird, diese sich jedoch selten ausreichend anfühlt“, so Mingoia.

DOI: 10.1177/02654075251409556

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