Schwangerschaft und Sport: Warum Bewegung so wichtig ist

Katrin Faßnacht-LeePharmazeutische Zeitung  |  08.04.2026 15:11 Uhr

Viele werdende Mütter sind unsicher, was sie als Schwangere noch dürfen – besonders beim Thema Sport. Die gute Nachricht: Bewegung ist heute ausdrücklich empfohlen und bringt zahlreiche Vorteile für Mutter und Kind.

Eine schwangere Frau läuft mit Sportkleidung und Trinkflasche durch einen Park.
Sport in der Schwangerschaft hat viele Vorteile für Mutter und Kind.
© kosmos111@mail.ru/IStockphoto

Darf ich in der Schwangerschaft Sport machen? Die Antwort lautet in den meisten Fällen ganz klar: ja. Regelmäßige körperliche Aktivität in der Schwangerschaft gilt heute als sicher und medizinisch empfehlenswert. Die früher oft empfohlene Schonung ist damit überholt – außer bei bestimmten Risikoschwangerschaften. Und das gilt nicht nur für Frauen, die bereits aktiv waren. Gerade auch Ungeübte profitieren davon, sich jetzt mehr zu bewegen.

Welche Vorteile hat Bewegung für Mutter und Kind?

Regelmäßiger Sport kann in der Schwangerschaft viel bewirken:

  • geringeres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes
  • weniger Bluthochdruck-Erkrankungen wie Präeklampsie
  • kontrolliertere Gewichtszunahme
  • weniger Rücken- und Schlafprobleme
  • positive Effekte auf die psychische Gesundheit
  • bessere Entwicklung des Kindes und gute Werte nach der Geburt (Apgar-Index)
  • geringere Frühgeburtenrate 

Bewegung schützt vor Schwangerschaftsdiabetes

Während der Schwangerschaft verändert sich der Stoffwechsel: Der Körper wird weniger empfindlich für Insulin, wodurch der Blutzucker steigt. Das ist für das Baby zunächst hilfreich, kann aber bei der Mutter dazu führen, dass die Grenze zum Schwangerschaftsdiabetes überschritten wird. Verschiedene Faktoren wie familiäre Veranlagung, höheres Alter, ein erhöhter Body-Mass-Index oder eine Mehrlingsschwangerschaft können das Risiko zusätzlich erhöhen.

Regelmäßige Bewegung kann dieses Risiko deutlich senken – Studien zeigen eine Reduktion um rund 38 Prozent. Auch das Risiko für schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck wird durch Sport spürbar verringert.

Gewichtszunahme besser im Griff

Sport hilft außerdem dabei, die Gewichtszunahme im empfohlenen Rahmen zu halten. Frauen, die sich regelmäßig bewegen, nehmen in der Schwangerschaft meist weniger stark zu als inaktive Frauen. Das ist besonders für Schwangere mit Übergewicht oder Adipositas wichtig, da für sie geringere Gewichtszunahmen empfohlen werden als für normalgewichtige Frauen.

Übergewicht ist dabei kein Grund, auf Bewegung zu verzichten – im Gegenteil. Gerade Frauen, die zuvor wenig aktiv waren, profitieren davon, in der Schwangerschaft mit moderater Bewegung zu beginnen.

So gelingt Sporteinsteigerinnen der Start

Viele Frauen sind in der Schwangerschaft besonders offen für einen gesünderen Lebensstil. Experten sprechen hier von einem „window of opportunity“, also einem günstigen Zeitpunkt, um neue Gewohnheiten zu etablieren. Damit der Einstieg gelingt, können strukturierte Angebote wie angeleitete Kurse, digitale Programme oder speziell entwickelte Fitness-Apps für Schwangere hilfreich sein.

Keine Angst vor Frühgeburten

Die Sorge, dass Sport eine Frühgeburt auslösen könnte, ist unbegründet. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität das Risiko für normalgewichtige Frauen nicht erhöht. Bei übergewichtigen oder adipösen Frauen kann es durch Bewegung sogar sinken.

DOI: 10.1007/s41974-025-00376-8

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