Eine COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft könnte nicht nur vor schweren Infektionen schützen, sondern auch das Risiko für Präeklampsie beeinflussen. Eine Analyse von Daten von 6.500 Schwangeren aus 18 Ländern hat ergeben: Geimpfte Schwangere hatten seltener mit dieser gefährlichen Bluthochdruck-Erkrankung, die zu Organschäden führen kann, zu tun. Besonders Auffrischimpfungen standen mit günstigeren Verläufen in Zusammenhang.
Präeklampsie und COVID-19: Ergebnisse im Detail
Das Forschungsteam stellte fest:
- Eine COVID-19-Infektion während der Schwangerschaft erhöhte das Risiko für eine Präeklampsie um 45 Prozent.
- Bei ungeimpften Frauen mit COVID-19-Infektion war das Risiko dafür sogar um 78 Prozent erhöht.
- Umgekehrt schien eine Auffrischimpfung gegen COVID-19 das Risiko um 33 Prozent zu senken.
- Bei Frauen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen senkte die Auffrischungsimpfung das Präeklampsie-Risiko um 42 Prozent.
Der Schwangerschaftsverlauf ist nach COVID-Impfung günstiger
Schwangere Frauen, die eine Auffrischimpfung gegen COVID-19 bekamen, profitierten auch in anderer Hinsicht: Sie hatten ein um 33 Prozent geringeres Risiko für Frühgeburten und in ähnlichem Ausmaß für weitere schwangerschaftsbezogene Erkrankungen. Die Sterblichkeit war bei ihnen um 29 Prozent geringer.
Impfung hat möglicherweise einen positiven Effekt auf Blutgefäße und Entzündungen
„Wir haben nun Hinweise darauf, dass die Impfung der Mutter Einfluss auf die Entstehung von Präeklampsie haben kann. Dies deutet auf einen umfassenderen immunologischen oder vaskulären [gefäßbedingten] Nutzen der Impfung hin“, betonte Prof. José Villar von der Universität Oxford (UK) in einer Mitteilung zur Veröffentlichung. Die Ursachen von Präeklampsie sind unbekannt. Entzündungen und Störungen der Gefäßfunktion gelten jedoch als Risikofaktoren, die auch bei COVID-19-Infektionen wichtig sind.
Quelle: DOI 10.1016/j.eclinm.2026.103785