Meditation: Messbare Effekte auf Körper und Geist

Katrin Faßnacht-Lee  |  08.04.2026 13:22 Uhr

Schmerzhemmung, weniger Grübeln und ein aktiveres Immunsystem? Diese Effekte für Körper und Geist hatten Studienteilnehmer nach einer Woche Meditation.

Eine Gruppe junger Frauen und Männer meditiert in einem Gruppenraum.
Eine Woche lang Rückzug mit Meditation: Danach hatten sich einige Werte bei jungen Erwachsenen messbar verändert.
© fizkes/iStockphoto

Bereits eine intensive Meditationswoche kann messbare Veränderungen in Gehirn und Körper auslösen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie. Forschende der University of California San Diego untersuchten dazu 20 gesunde Erwachsene, die an einem siebentägigen Programm mit Meditation und weiteren entspannungstechniken teilnahmen. Insgesamt absolvierten sie rund 33 Stunden angeleitete Übungen. Vor und nach dem Retreat wurden sowohl die Gehirnaktivität als auch verschiedene Blutwerte analysiert.

Messbare Effekte auf Gehirn, Schmerzempfinden & Immunsystem

Die intensive Meditationswoche zeigte deutliche Auswirkungen auf Gehirn und Körperfunktionen:

  • Weniger Grübeln: Bereiche im Gehirn, die mit innerem Gedankenkreisen verbunden sind, waren weniger aktiv – das Denken wurde effizienter.
  • Bessere Anpassungsfähigkeit des Gehirns: Prozesse, die Lernen und die Neubildung von Verbindungen zwischen Nervenzellen unterstützen, wurden gestärkt.
  • Unterstützung für Nervenzellen: Blutproben nach der Meditation förderten im Labor das Wachstum und die Vernetzung von Nervenzellen.
  • Mehr körpereigene Schmerzhemmung: Die Menge an natürlichen schmerzlindernden Stoffen im Körper stieg an.
  • Aktiveres Immunsystem: Sowohl entzündungsfördernde als auch entzündungshemmende Signale nahmen zu – ein Hinweis auf eine ausgewogene Immunreaktion.
  • Veränderungen auf molekularer Ebene: Bestimmte biologische Signalprozesse im Körper veränderten sich messbar. 

Meditation wirkt wie psychedelische Substanzen

Laut Studienautor Hemal H. Patel gehen die Ergebnisse weit über reine Entspannung hinaus: „Es geht hier nicht nur um Stressabbau oder Entspannung. Es geht um grundlegende Veränderungen, wie das Gehirn mit der Realität interagiert – und darum, diese Veränderungen biologisch messbar zu machen.“

Auffällig: Die gemessenen Muster der Gehirnaktivität ähnelten denen, die sonst mit psychedelischen Substanzen in Verbindung gebracht werden – allerdings ganz ohne Medikamente.

Potenzial für Gesundheit und Wohlbefinden

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie eng Geist und Körper miteinander verknüpft sind. Meditation könnte dazu beitragen, Stress besser zu bewältigen, Emotionen zu regulieren und Schmerzen zu lindern. Künftige Studien sollen zeigen, wie nachhaltig diese Effekte sind und ob sich solche Programme auch bei bestimmten Erkrankungen gezielt einsetzen lassen.

DOI: 10.1038/s42003-025-09088-3

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