Placebos im Alter: Forschende berichten über Effekte der Scheinmedikamente auf Stress, Gedächtnis und körperliche Leistungsfähigkeit – auch bei bewusster Einnahme.

Ein Placebo (Scheinmedikament) kann bei älteren Erwachsenen innerhalb von drei Wochen mit Verbesserungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit verbunden sein. Darauf weisen Forschende um Prof. Francesco Pagnini von der Università Cattolica in Mailand hin. Besonders interessant: Es funktionierte sogar besser, wenn die Personen wussten, dass es sich um ein Scheinmedikament handelt.
Für die Untersuchung teilte das Forschungsteam 90 gesunde Erwachsene im Alter von 65 bis 90 Jahren zufällig drei Gruppen zu:
Nach drei Wochen war der empfundene Stress in der Gruppe, die wissentlich ein Placebo bekommen hatten, niedriger als in den anderen beiden Gruppen. Auch die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses war besser.
In beiden Placebo-Gruppen gab es Verbesserungen – sowohl körperlich als auch geistig und psychisch. Allerdings waren die Effekte bei bewusster Einnahme besonders ausgeprägt:
Studienleiter Prof. Francesco Pagnini von der Università Cattolica in Mailand sieht ein großes Potenzial von Placebos als vielversprechende und ethisch vertretbare Methode für ein gesundes Altern. Er stellte fest: „Dies sind signifikante Effekte, vergleichbar mit den Ergebnissen einiger experimenteller Studien zur körperlichen Aktivität und zum kognitiven Training, insbesondere im Hinblick auf das Gedächtnis.“
Quelle: DOI 10.1016/j.ijchp.2026.100673
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