Ube im Trend: Was hinter der lila Yamswurzel steckt

Elisabeth Kerler  |  22.05.2026 14:58 Uhr

Ube ist die neue Trendzutat für lila Eis, Kuchen und Kaffee. Was die Yamswurzel mitbringt und warum der Hype auch kritisch zu sehen ist.

Zwei Toastbrote, bestrichen mit "Ube Halaya", einer Art Marmelade aus Ube.
Die violette Yamswurzel Ube wird auf den Philippinen auch in Form von "Ube Halaya", einer Art Marmelade, gegessen.
© jenifoto/iStockphoto

Lila Eis, violetter Kaffee oder knalliger Käsekuchen: Ube erobert zunehmend Cafés und soziale Netzwerke. Die intensiv gefärbte Yamswurzel stammt ursprünglich aus Asien und wird vor allem auf den Philippinen angebaut. Ihr mild-süßlicher Geschmack und die auffällige Farbe machen sie weltweit beliebt – inzwischen auch in Deutschland. Darauf weist das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hin.

Was ist Ube?

Ube ist eine besondere Yamswurzel, die wegen ihrer kräftigen violetten Farbe sofort auffällt. Sie ist auch als Wasseryams bekannt – sie ist weicher und feuchter als andere Yamsarten, so das BZfE, und ähnelt im Aussehen lila Süßkartoffeln. Auf den Philippinen gehört sie zum Alltag und wird dort etwa zu „Ube Halaya“, einem marmeladeartigen Aufstrich, verarbeitet. 

Geschmacklich wird Ube als mild, nussig und leicht süß beschrieben – mit Noten von Vanille, Pistazie und Kokosnuss. Deshalb passt die Wurzel gut zu Desserts, Backwaren oder cremigen Getränken. In Deutschland landet Ube meist als Pulver, Sirup oder Püree in Lebensmitteln.

Lila wegen Anthocyanen

Das intensive Lila entsteht durch sogenannte Anthocyane. Diese blau-roten Pflanzenstoffe können antioxidativ, antiviral, antibakteriell und antientzündlich wirken. Außerdem enthalten die Yamswurzeln viel Stärke und Ballaststoffe sowie Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und wenig Fett.

Vorstufe von Progesteron enthalten

In der Wurzel steckt zudem Diosgenin – eine Vorstufe des Hormons Progesteron. Die Yamswurzel wird deshalb zur Herstellung bestimmter Arzneimittel genutzt. Der Körper kann das enthaltene Diosgenin jedoch nicht selbst in Progesteron umwandeln.

Hype mit Folgen für den Anbau

Vor allem auf Instagram verbreitet sich der Trend rasant. Der Hashtag „Ube“ wurde dort bereits hunderttausendfach verwendet. Doch der Boom hat auch Nachteile. „Immer wenn von einem Lebensmittel plötzlich viel mehr gebraucht wird als vorher, zerstört das gewachsene Anbaustrukturen“, erklärt Britta Klein vom Bundeszentrum für Ernährung. Besonders die Philippinen seien davon betroffen. Doch auch andere tropische Länder in Asien und auf dem afrikanischen Kontinent wollten den Hype nutzen.  „Hypes, die durch Social Media verstärkt werden, sind maßgeblich für solche Entwicklungen verantwortlich.“  Für Deutschland bedeutet das: Ube hat einen weiten Weg hinter sich und eine entsprechende Klimabilanz, so das BZfE. 

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