Ein kurzer Blick in die Toilette kann verunsichern: Der Urin ist plötzlich grün, rötlich oder ungewöhnlich dunkel. Oft steckt etwas Harmloses dahinter – etwa Ernährung oder Medikamente. Manchmal kann die Farbe aber auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Welche Ursachen infrage kommen und wann Sie zum Arzt gehen sollten.
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Urin verfärbt? Welche Farben normal sind – und welche auffallen
Die Farbe unseres Urins kann sich je nach Flüssigkeitshaushalt, Ernährung, Medikamenten oder Gesundheitszustand stark verändern. Die folgende Übersicht zeigt, was die verschiedenen Farben bedeuten können und wann man am besten ärztlichen Rat einholt.
Grüner oder bläulicher Urin: meist harmlos, selten steckt mehr dahinter
Auch grünlicher oder blauer Urin ist möglich, aber oft harmlos:
Ursachen: Medikamente (z.B. das Antidepressivum Amitriptylin oder das Narkosemittel Propofol), Lebensmittelfarbstoffe oder seltene Stoffwechselerkrankungen
Infektionen mit Pseudomonas-Bakterien können ebenfalls grünlichen Urin verursachen. Bei Verdacht auf Harnwegsinfekte ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.
Violetter Urin: seltenes Phänomen bei Katheter
Manchmal tritt bei bettlägerigen Menschen mit Katheter das „Lila-Urinbeutel-Syndrom“ auf: Wenn bestimmte Bakterien im Urin die Substanz Tryptophan umwandeln, entstehen violette Farbstoffe, die sich im Urinbeutel ablagern. Medizinisch ist das meist harmlos.
Schwarzer Urin kann bei Krebs auftreten
Durch ein Melanom, also schwarzen Hautkrebs, können Stoffe in den Urin gelangen, die den Urin bräunlich-schwarz färben.
Trüber oder schäumender Urin: mögliche Warnsignale der Niere
Urin sollte klar sein. Trüber, flockiger oder schäumender Urin kann Hinweise liefern:
Schaum/Urin mit Blasen: Kann auf Eiweiß im Urin (Proteinurie) hinweisen – ein mögliches Anzeichen für Nierenschäden. Besonders bei wiederholtem Auftreten unbedingt ärztlich untersuchen lassen!
Brauner Urin: Hinweis auf Leber oder Galle möglich
Brauner oder „cola-artiger“ Urin kann hingegen ein Hinweis auf eine Lebererkrankung (z. B. Hepatitis), Gallengangsstörungen sein oder nach größeren Muskelverletzungen auftreten. → Begleitzeichen wie Juckreiz, heller Stuhlgang oder gelbliche Haut? Auf jeden Fall zum Arzt gehen!
Roter oder orangefarbener Urin: harmlose Ursachen – oder Blut im Spiel
Rot gefärbter Urin kann erschrecken – muss aber nicht immer ein Alarmsignal sein:
Ursachen ohne Krankheitswert: Die Farbe kann durch Nahrungsmittel wie Rote Bete, Brombeeren oder Medikamente wie das Antibiotikum Rifampicin, Abführmittel mit Sennesblättern und viele weitere Arzneimittel entstehen. Eine Orangefärbung kann durch z.B. durch Vitamin-B-Komplexpräparate entstehen
Medizinisch relevant: Blut im Urin (Hämaturie) durch Blasenentzündung, Nierensteine, Tumoren → Wenn der Urindauerhaft rötlich bleibt oder Beschwerden wie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen hinzukommen: unbedingt ärztlich abklären!
Hellgelb bis bernsteinfarben: So sieht gesunder Urin aus
Gesunder Urin ist in der Regel hellgelb bis dunkelgelb – je nachdem, wie viel man getrunken hat. Der gelbliche Farbton stammt vom Urochrom, einem Abbauprodukt des Hämoglobins aus den roten Blutkörperchen.
Heller Urin: Meist ein Zeichen für gute Flüssigkeitsversorgung
Dunkler Urin: Hinweis auf Dehydrierung, aber noch unbedenklich, wenn er hellbraun oder bernsteinfarben bleibt