Mundgeruch – medizinisch Halitosis – ist ein häufiges, aber oft unterschätztes Problem. Es kann Menschen jeden Alters betreffen und bleibt oft lange unbemerkt. Hier erfahren Sie, wie Halitosis entsteht, wie sie behandelt wird und wann weiterführende Diagnostik nötig ist.

Mundgeruch ist weit verbreitet – und vielen Betroffenen nicht bewusst. Er kann unangenehm sein und das soziale Leben belasten.
Man unterscheidet:
In selteneren Fällen sind systemische Erkrankungen wie Magenprobleme oder Stoffwechselstörungen die Ursache. Riecht der Atem dauerhaft streng, faulig oder schwefelig, sollte ärztlich abgeklärt werden.
Halitosis äußert sich durch einen anhaltend schlechten Atem, den Betroffene selbst oft nicht wahrnehmen. Hinweise können von anderen oder beim Zahnarzt kommen.
Wird Halitosis nicht behandelt, kann sie chronisch werden und das soziale Leben stark beeinträchtigen. Viele Betroffene ziehen sich aus Scham zurück und meiden den Kontakt zu anderen.
In manchen Fällen entsteht eine Pseudohalitosis: Die Person glaubt, Mundgeruch zu haben, obwohl keine medizinischen Anzeichen vorliegen. Eine extreme Form ist die Halitophobie – eine Zwangsstörung, bei der die Überzeugung, schlechten Atem zu haben, trotz gegenteiliger Befunde bestehen bleibt.
Solche Fehlwahrnehmungen können zu Isolation und starkem seelischen Leid führen. Deshalb sind eine frühzeitige Abklärung und Behandlung wichtig.
In bis zu 90 Prozent der Fälle liegt die Ursache für Halitosis im Mundraum selbst – insbesondere auf der Zunge und im Rachen. Bakterien zersetzen dort Eiweiße aus Speichelresten oder Nahrungsbestandteilen. Dabei entstehen übelriechende Schwefelverbindungen.
Besonders auffälliger Geruch – etwa Mundgeruch wie Gülle oder nach Ammoniak – kann auf ernste internistische Ursachen hindeuten und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Die Diagnose erfolgt in der Regel beim Zahnarzt oder HNO-Arzt. Spezialisierte Halitosis-Sprechstunden bieten eine gezielte Untersuchung an.
Diese Selbsttests können Hinweise liefern, ersetzen aber keine fachliche Diagnose.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Mundgeruchs. Bei oralen Ursachen hilft in der Regel eine gezielte Hygiene und Pflege.
Wenn der Mundgeruch vom Magen ausgeht, z. B. bei Reflux oder Gastritis, kann eine Behandlung mit Säureblockern oder eine Umstellung der Ernährung helfen. Wichtig ist auch hier die ärztliche Abklärung.
In Apotheken gibt es viele Produkte, die helfen können, Mundgeruch zu lindern oder zu beseitigen. Diese sollten aber gezielt und in Kombination mit guter Hygiene eingesetzt werden.
Apotheken beraten auch zu reizarmen Zahnpasten und möglichen Wechselwirkungen mit Medikamenten, die Mundtrockenheit verursachen.
zuletzt aktualisiert: 24.04.202
Hier geht es zum Gesundheitslexikon mit allen Krankheiten von A-Z!
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern