Geistiger Abbau im Alter nicht zwangsläufig
Vor über 25 Jahren haben Forschende der Northwestern Feinberg School of Medicine, Chicago damit begonnen, SuperAger zu finden und zu untersuchen. Dabei zeigte sich insbesondere, das SuperAger mit über 80 Jahren in Gedächtnistests ähnlich gut abschneiden wie Menschen in ihren 50ern oder 60ern. Damit stellen sie die verbreitete Annahme infrage, dass geistige Fähigkeiten im Alter automatisch nachlassen. Eine Übersicht über die Erkenntnisse der Wissenschaftler wurde im Fachjournal “Alzheimer's & Dementia” veröffentlicht.
Was SuperAger besonders macht
Auffällig ist vor allem ihr sozialer Lebensstil. Sie leben nicht unbedingt gesünder als andere Menschen, aber sie sind insgesamt sehr kontaktfreudig und gesellig, pflegen enge Beziehungen, beurteilen diese positiver als Vergleichspersonen und sind vielseitig interessiert.
Auch ein Blick in die Gehirne der SuperAger brachte überraschende Erkenntnisse. Ihre Hirnrinde ist etwa so dick wie die von deutlich jüngeren Menschen. Besonders stark ausgeprägt ist sie in Bereichen, die für soziale Beziehungen wichtig sind. Außerdem haben SuperAger dort mehr spezialisierte Nervenzellen als andere.
Weniger für Alzheimer typische Ablagerungen
Ein weiterer Befund: SuperAger entwickeln seltener und weniger stark die für Alzheimer typischen Ablagerungen im Gehirn. Und selbst wenn sie auftreten, scheinen sie weniger Schaden anzurichten, etwa in Regionen, die für das Gedächtnis entscheidend sind. Auch entzündungsfördernde Zellen im Nervenfasergewebe kommen bei ihnen seltener vor.
Neue Ansätze für die Demenz-Vorbeugung
Die Erkenntnisse über die SuperAger können möglicherweise dabei helfen, neue Strategien zu entwickeln, um Demenz hinauszuzögern oder sogar zu verhindern. Ziel ist es, die geistige Fitness bis ins hohe Alter zu erhalten.
Quelle: DOI 10.1002/alz.70312