Vorsicht: Wickel bei Babys und Kleinkindern
Hausmittel sind für viele Eltern die erste Wahl bei leichten Beschwerden ihrer Kleinen. Sie können Beschwerden sanft lindern und das Wohlbefinden steigern. Doch bei Babys und Kleinkindern gilt es einiges zu beachten:
- Wickel sind gernell erst ab etwa sechs Monaten geeignet, da sie sonst den Kreislauf belasten oder zu Unterkühlung führen können.
- Die Temperatur sollte immer angenehm sein. Kälte darf von den Kindern nicht als unangenehm empfunden werden. Kühlende Wickel nur an warmen Körperstellen anlegen und wenn das Kind keinen Schüttelfrost hat.
- Bestimmte Zusätze wie Senf, Pfeffer oder Rosmarin sind für Babys und Kleinkinder tabu. Sie können die empfindliche Haut reizen.
- Ätherischen Öle nicht bei Kindern unter drei Jahren anwenden: Unverdünnt sind vor allem Kampfer, Menthol (Pfefferminzöl) und Eukalyptus giftig. Auch verdünnt, etwa in Erkältungsmitteln, können sie vor allem für Babys und Kleinkinder gefährlich werden. Beim Einatmen der Öldämpfe besteht die Gefahr eines Stimmritzenkrampfs mit akuter Atemnot, bei der das Kind blau anläuft. Dann ist umgehend der ärztliche Notdienst 112 zu rufen. Auch auf die Haut aufgebracht oder verschluckt lösen ätherische Öle mitunter starke Reaktionen und Erbrechen aus. Gelangen Spritzer auf Haut oder Augen, sollten sie sofort mit fließendem Wasser abgespült werden. Gerade bei Erkältungspräparaten sollte immer geprüft werden, ob sie speziell für Kinder beziehungsweise Babys ausgewiesen sind.
- Achtung bei Fieber: Unter drei Monaten ab 38 °C sofort zum Arzt, bei älteren Babys und Kleinkindern ab etwa 38,5 °C. Hält Fieber länger an oder treten weitere Symptome auf, sollte ebenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden.
- Viele Hausmittel sind traditionell bewährt, ihre Wirksamkeit ist jedoch oft nur begrenzt wissenschaftlich belegt.
Wickel bei Halsschmerzen, Husten und Fieber
Diese Wickel können bei typischen Erkältungsbeschwerden wohltuend wirken:
Salzwickel bei Halsschmerzen: Wärme für den Hals
Ein kratzender Hals ist oft das erste Erkältungssymptom. Ein warmer Salzwickel kann hier Linderung verschaffen. Dafür wird eine Handvoll Meersalz in warmem Wasser gelöst und ein Geschirrtuch darin getränkt. Ausgewrungen legt man es um den Hals und fixiert es mit einem trockenen Schal. Die feuchte Wärme und das Salz wirken entspannend und können Schwellungen im Halsbereich reduzieren. Der Wickel bleibt, bis er abkühlt – bei Bedarf auch länger.
Kartoffelwickel bei Husten: Bewährte Hilfe für die Bronchien
Bei trockenem Husten oder festsitzendem Schleim kann ein Kartoffelwickel auf der Brust guttun. Diese legt man heiß und ungeschält in ein mit Haushaltspapier ausgekleidetes Geschirrtuch und faltet dies zu einem Päckchen. Dann zerdrückt man die Kartoffeln und verschließt das selbstgemachte Wärmekissen mit Heftpflaster. Wichtig: Die Temperatur vorher prüfen. Ein zusätzliches Tuch auf der Brust kann schützen. Ein Außentuch speichert die Wärme. Der Wickel bleibt liegen, bis er ausgekühlt ist, und kann das Abhusten erleichtern.
Wadenwickel bei Fieber: Klassiker richtig gemacht
Wadenwickel sind ein klassisches Hausmittel zur Fiebersenkung. Sie werden angewendet, wenn Hände und Füße warm sind und das Kind mindestens sechs Monate alt ist. Entscheidend ist die richtige Temperatur: Das Wasser sollte höchstens etwa zwei Grad kälter als die aktuelle Körpertemperatur sein.
Ein Baumwoll- oder Leinentuch wird ins Wasser getaucht, ausgewrungen und straff um die Unterschenkel gelegt. Darüber kommt ein trockenes Zwischentuch sowie ein wärmendes Außentuch. Wichtig ist, die Wickel regelmäßig zu erneuern – zunächst nach wenigen Minuten, später in größeren Abständen. Während der Anwendung sollte das Kind ausreichend trinken.
Tipps für die Anwendung von Wickeln
Verwenden Sie für die Wickel möglichst Naturmaterialien wie Baumwolle, Leinen oder Wolle. Planen Sie ausreichend Zeit ein und achten Sie darauf, dass sich die behandelte Person wohlfühlt. Nach feuchten Wickeln kann eine leichte Hautpflege sinnvoll sein.
Wickel sind eine sanfte Unterstützung bei Beschwerden – ersetzen aber keine ärztliche Behandlung. Wenn Symptome länger anhalten oder sich verschlimmern sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.
Quelle: https://www.pta-forum.de/hausmittel-fuer-babys-nicht-alle-sind-harmlos-164608/