Essen kurz vor dem Schlafengehen steht häufig in der Kritik. Eine Studie liefert einen weiteren Grund dagegen: Wer nach einem stressigen Tag spät isst, setzt dem Darm möglicherweise besonders zu.

Chronischer Stress ist bekannt dafür, die Darmfunktion zu stören – er kann sowohl Durchfall als auch Verstopfung begünstigen. Laut einer aktuellen Studie verstärkt spätes Essen diesen Effekt zusätzlich. Studienleiterin Dr. Harika Dadigiri vom New York Medical College at Saint Mary’s and Saint Clare’s Hospital erklärt: „Es kommt nicht nur darauf an, was man isst, sondern auch wann man es isst.“ Besonders unter Stress könne der Zeitpunkt der Mahlzeiten einen „doppelten Schlag“ für die Darmgesundheit bedeuten.
Eine Analyse von über 11000 Personen zeigte: Wer unter einem hohen Stressniveau steht und mehr als 25 Prozent der täglichen Kalorien nach 21 Uhr zu sich nimmt, hat ein 1,7-fach erhöhtes Risiko für Verdauungsprobleme.
Auch eine zweite Datenauswertung mit mehr als 4000 Teilenehmenden bestätigte diesen Zusammenhang. Betroffene berichteten 2,5-mal häufiger über Darmbeschwerden. Sie wiesen zudem eine deutlich geringere Vielfalt an Darmbakterien auf.Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Stress, Essenszeiten und Darmmikrobiom über die Darm-Hirn-Achse in engem Zusammenhang stehen. Es handelt sich hierbei um ein wechselseitiges Kommunikationssystem, das Nerven, Hormone und Darmbakterien umfasst.
Fazit der Studie: Wer seiner Darmgesundheit etwas Gutes tun möchte, sollte demnach neben der Ernährung auch auf den richtigen Zeitpunkt achten – besonders in stressigen Phasen. „Ich bin nicht die Eiscremepolizei“, betont Dr. Dadigiri, die selbst zum späten Snacken neigt. „Jeder sollte sein Eis essen – vielleicht vorzugsweise früher am Tag.“
Die Studie wird im Rahmen der Fachmesse Digestive Disease Week Anfang Mai in Chicago vorgestellt.
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