Morbus Crohn-Studie: Weniger Beschwerden mit Intervallfasten

Dr. Karen Zoufal  |  19.02.2026 14:07 Uhr

Auch wann wir essen, könnte für Menschen mit Morbus Crohn entscheidend sein. Was eine kleine Studie zur entzündlichen Darmerkrankung ergeben hat.

Mann hält sich den Bauch mit schmerzverzerrtem Gesicht.
Krampfartige Bauchschmerzen gehören zu den typischen Symptomen von Morbus Crohn.
© stefanamer/iStockphoto

Wann man isst, hat dem Anschein nach einen Einfluss auf die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn: Das ist zentrales Ergebnis einer zwölfwöchigen Studie mit 35 Betroffenen mit Übergewicht bzw. Adipositas. Wer nur innerhalb eines acht-stündigen Zeitfensters aß, hatte eine um 40 Prozent geringere Krankheitsaktivität im Vergleich zur Kontrollgruppe, die ohne Einschränkung Nahrung zu sich nahm. Auch die Darmbeschwerden waren mit Intervallfasten – also Essen innerhalb eines festen Zeitfensters – im Vergleich um die Hälfte geringer. 

Ohne Kalorienzählen leichter und gesünder

Die Teilnehmenden, die nur über acht Stunden hinweg aßen, hatten 2,5 Kilogramm abgenommen – obwohl sie gar nicht dazu angehalten worden waren, Kalorien einzusparen. Die Menschen in der Kontrollgruppe hatten dagegen im Schnitt 1,7 Kilogramm zugenommen. 

„Diese Studie zeigt, dass Gewichtsverlust zwar ein wichtiges Ergebnis bei übergewichtigen Menschen mit Morbus Crohn ist, zeitlich begrenztes Essen aber darüber hinaus weitere Vorteile bietet“, erklärte Dr. Maitreyi Raman von der Universität Calgary in einer Mitteilung. „Wir beobachteten deutliche Verbesserungen der Krankheitssymptome, eine Linderung der Bauchbeschwerden, positive Veränderungen des Stoffwechsels und der Entzündungsreaktionen sowie vielversprechende Veränderungen der Darmflora. All dies deutet darauf hin, dass intermittierendes Fasten dazu beitragen kann, ein dauerhaftes Nachlassen von Morbus Crohn zu erzielen.“

Essens- und Fastenzeiten könnten ausschlaggebend sein

Die beobachteten Veränderungen waren nicht auf die Ernährungsqualität oder die Kalorienreduktion zurückzuführen, da beide Gruppen ähnliche Lebensmittel in vergleichbaren Mengen zu sich genommen hatten. Das spricht dafür, dass der Zeitpunkt der Mahlzeiten für die Verdauung und die Immungesundheit von besonderer Bedeutung ist.

Vorher ärztlichen Rat einholen

Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Ergebnisse zwar vielversprechend sind, aber größere Studien die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit von zeitbeschränktem Essen bei Morbus Crohn noch bestätigen müssen. Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sollten vor einer Ernährungsumstellung mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin klären, ob zeitlich begrenzten Essen für sie geeignet ist. 

Quelle: DOI 10.1053/j.gastro.2025.11.008

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