Gesund leben

Wie scharfe Gewürze die Gesundheit fördern

ZOU  |  04.07.2022

Capsaicin heißt die scharfe Verbindung, die in Chilischoten vorkommt. Sie bindet an Schmerzrezeptoren und gaukelt dem Körper Hitze vor, so dass man zu schwitzen beginnt. Auch wenn das beunruhigend klingt: Scharfes Essen bringt gesundheitliche Vorteile mit sich.

Foto von drei Tellern mit Chili con Carne.
Gerichte mit Chili haben gesundheitsfördernde Eigenschaften, wenn man es mit der Schärfe nicht übertreibt.
© sveta_zarzamora/iStockphoto

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Menschen, die gern scharf essen, davon gesundheitlich profitieren:

  • Menschen, die sechs- oder siebenmal pro Woche scharfes Essen aßen, hatten in einer Studie aus dem Jahr 2015 eine geringere Sterblichkeit als Menschen, die weniger als einmal pro Woche scharfes Essen aßen.
  • Der Verzehr von roten Chilischoten kann das „schlechte“ LDL-Cholesterin senken.
  • Capsaicin kann den Appetit zügeln und den Stoffwechsel ankurbeln. Das kann dazu beitragen, mehr Kalorien zu verbrennen.
  • Capsaicin senkt die Säureproduktion im Magen.
  • Es mag viele überraschen, aber scharf gewürzte Speisen können beruhigend und entzündungshemmend auf den Darm wirken und die Darmflora verbessern.
  • In einer Reihe von Cremes und Pflastern wird Capsaicin zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt, z. B. bei Rücken- und Gelenkschmerzen, Neuropathie, Ischiasbeschwerden oder Sehnenentzündungen.

Aber können scharfe Speisen auch schaden? Die Ernährungswissenschaftlerin Jayna Metalonis rät, langsam zu beginnen, wenn man an scharfes Essen nicht gewöhnt ist. Auf die Frage nach Schäden durch zu scharfe Gewürze antwortete sie: „Für die meisten gesunden Menschen – selbst bei jenen, die an extremen Chili-Wettbewerben teilnehmen – stellt der Verzehr von sehr scharfen Speisen keine ernsthaften oder dauerhaften Gefahren für Ihre Gesundheit dar und erfordert in der Regel keine medizinische Behandlung.“

Es gibt aber auch Ausnahmen: Einige Schüler aus Kalifornien landeten mit Atembeschwerden im Krankenhaus, nachdem sie an der „Hot-Chip-Challenge“ teilgenommen hatten, bei der es darum ging, mit den schärfsten verfügbaren Chilischoten gewürzte Chips zu essen.

Für Menschen mit bestimmten Erkrankungen kann es besser sein, stark gewürzte Speisen zu vermeiden. Zu ihnen zählen Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Zöliakie, Magengeschwüren, Problemen mit der Gallenblase, Refluxkrankheit, Reizdarmsyndrom und Analfissuren.

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