Überblick
Eine Erkältung – auch grippaler Infekt genannt – ist eine durch Viren ausgelöste Infektion der oberen Atemwege. Sie ist weltweit verbreitet und betrifft fast jeden Menschen mehrmals im Jahr. Besonders häufig tritt sie in der kalten Jahreszeit auf.
Erwachsene erkranken im Durchschnitt zwei- bis viermal pro Jahr, Kinder sogar bis zu zehnmal, da ihr Immunsystem sich noch in der Entwicklung befindet. Die Symptome sind unangenehm, aber meist harmlos. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Komplikationen kommen – vor allem bei kleinen Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Die häufigsten Auslöser sind Rhinoviren, aber auch Coronaviren (nicht zu verwechseln mit SARS-CoV-2), Adenoviren, RS-Viren und Parainfluenzaviren spielen eine Rolle. Eine Erkältung ist nicht das Gleiche wie die „echte“ Grippe (Influenza): Letztere beginnt meist abrupt, mit hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl und kann schwer verlaufen – eine Grippeimpfung schützt gezielt vor Influenzaviren, nicht aber vor Erkältungserregern.
Erkältungen werden durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen – etwa beim Husten, Niesen oder Händeschütteln. Eine Impfung gegen Erkältungsviren gibt es nicht, aber durch gute Hygiene und eine jährliche Grippeimpfung lässt sich das Risiko von Atemwegsinfekten insgesamt verringern.
Symptome
Eine Erkältung beginnt meist schleichend und betrifft typischerweise Nase, Rachen und Bronchien. Die Beschwerden entwickeln sich über mehrere Tage und verlaufen oft in Phasen. Anders als bei der echten Grippe sind Fieber und starkes Krankheitsgefühl eher selten.
Typische Symptome bei Erkältung
- Kratzen im Hals, Schluckbeschwerden
- Schnupfen oder verstopfte Nase
- Husten (anfangs trocken, später mit Auswurf)
- Heiserkeit, belegte Stimme
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Frösteln
- Abgeschlagenheit
- Leichtes Fieber oder erhöhte Temperatur (selten über 38,5 °C)
Verlauf einer Erkältung
Insgesamt dauert eine unkomplizierte Erkältung etwa sieben bis zehn Tage. Bei gutem Allgemeinzustand ist keine ärztliche Behandlung nötig – bei hohem Fieber oder anhaltenden Beschwerden sollte aber ein Arztbesuch erfolgen.
Typischer Verlauf:
- Anfangsphase: Halskratzen, Niesen, leichtes Frösteln
- Hauptphase: Schnupfen, Husten, allgemeines Krankheitsgefühl
- Abklingen: Schleimiger Husten, Müdigkeit
In den meisten Fällen verläuft eine Erkältung harmlos. Komplikationen treten auf, wenn sich Bakterien zusätzlich zu den Viren ansiedeln und eine sogenannte bakterielle Superinfektionen verursachen
Mögliche Folgeerkrankungen:
Diese Komplikationen erfordern oft eine gezielte ärztliche Behandlung und gegebenenfalls den Einsatz von Antibiotika. Bleibt ein Husten länger als drei Wochen bestehen oder kommen Fieber und Atemnot hinzu, sollte an eine mögliche Lungenentzündung oder Covid-19 gedacht werden.
Besonderheiten bei Kleinkindern und Säuglingen:
- Häufiger und intensiverer Verlauf durch ein noch unreifes Immunsystem
- Höheres Risiko für Fieberkrämpfe, Atemnot oder Mittelohrentzündung
- Bei Trinkschwäche, Fieber oder auffälligem Verhalten sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden
Besonderheiten in der Schwangerschaft:
- Leichte Infekte sind meist unbedenklich, sollten aber beobachtet werden
- Viele Medikamente sind nicht oder nur eingeschränkt zugelassen
- Viel trinken, körperliche Schonung und ggf. ärztlich empfohlene Mittel zur Linderung sind wichtig
- Bei Fieber über 38,5 °C, starkem Husten oder anhaltender Schwäche sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Ursachen
Erkältungen werden durch über 200 verschiedene Viren ausgelöst, die die Schleimhäute der oberen Atemwege befallen. Die häufigsten Erreger sind Rhinoviren, daneben auch Adeno-, Corona-, RS- oder Parainfluenzaviren.
Übertragungswege einer Erkältung
- Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen
- Schmierinfektion über Hände, Türklinken, Handys oder gemeinsam genutzte Gegenstände
- Die Viren überleben auf Oberflächen oft mehrere Stunden
So beugen Sie einer Ansteckung vor
- Hände regelmäßig und gründlich waschen
- Hände vom Gesicht fernhalten – besonders von Augen, Nase und Mund
- In die Armbeuge husten oder niesen, nicht in die Hand
- Regelmäßig lüften, vor allem in der Heizperiode, denn die trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute der oberen Atemwege aus, wodurch sich Viren leichter festsetzen können.
- Auf Abstand bleiben, wenn jemand erkennbar erkältet ist
- Immunsystem stärken durch Bewegung, frische Luft, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf
- Unterkühlung und Vitaminmangel vermeiden
Die Grippeimpfung schützt zwar nicht direkt vor Erkältungsviren, kann aber schwere Verläufe in der Erkältungssaison verhindern – besonders wichtig für ältere Menschen, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen und medizinisches Personal. Sie wird jährlich im Herbst empfohlen.
Diagnose
In den meisten Fällen lässt sich eine Erkältung bereits anhand der typischen Beschwerden und eines kurzen Gesprächs feststellen. Eine körperliche Untersuchung kann helfen, schwerwiegendere Infektionen auszuschließen.
So erfolgt die Diagnose:
- Anamnese: Fragen nach Symptomen, Dauer, Verlauf und eventuellen Vorerkrankungen
- Körperliche Untersuchung: Abhören der Lunge, Blick in Hals und Nase, Abtasten der Lymphknoten
- Fiebermessung und Kontrolle von Puls und Atmung
- Bei Kindern: Kontrolle auf Mittelohrentzündung oder Atemnot
Weitere Untersuchungen sind nur nötig, wenn:
- Symptome länger als zehn Tage anhalten
- Fieber über 38,5 Grad auftritt oder erneut ansteigt
- Komplikationen wie starke Ohr-, Nebenhöhlen- oder Brustschmerzen dazukommen
- ein Verdacht auf echte Grippe oder Covid-19 besteht
Bei plötzlichem Beginn, hohem Fieber, Schüttelfrost und starkem Krankheitsgefühl kann ein Influenza-Schnelltest sinnvoll sein – insbesondere in der Grippesaison.
Behandlung
Eine Erkältung heilt in der Regel von selbst – Medikamente lindern die Symptome, verkürzen aber den Verlauf nicht.
Medikamente, die Symptome lindern:
- Schmerzmittel und Fiebersenker wie Paracetamol oder Ibuprofen lindern Kopf- und Gliederschmerzen und senken das Fieber
- Nasensprays mit abschwellender Wirkung erleichtern das Atmen – aber nicht länger als fünf bis sieben Tage anwenden, sonst droht Gewöhnung
- Hustensaft oder Hustenlöser (zum Beispiel mit Ambroxol oder Thymian) bei produktivem Husten. Gegen Hustenreiz helfen Mittel mit Pentoxyverin oder Dextromethorphan.
- Lutschpastillen oder Sprays gegen Halsschmerzen
Unterstützende Maßnahmen:
- Inhalationen mit heißem Wasserdampf oder Kochsalzlösung können die Schleimhäute befeuchten – bei Kindern nur unter Aufsicht
- Viel Kräutertee, Wasser oder Brühe trinken – hilft, Schleim zu lösen
- Wadenwickel bei leichtem Fieber (nicht bei Schüttelfrost)
- Frische Luft und sanfte Bewegung wie ein Spaziergang unterstützen die Genesung
Wichtig bei Kindern und Schwangeren:
- Keine Produkte mit Kampfer, Menthol oder ätherischen Ölen bei Säuglingen und Kleinkindern – sie können zu Atemnot führen.
- Verwenden Sie nur speziell für Kinder zugelassene Arzneimittel – die Apotheke berät dazu.
- Gleiches gilt für Schwangere.
Was die Apotheke rät
- Erkältungssymptome gezielt lindern: Nasenspray, Hustenlöser, Halsschmerzmittel oder pflanzliche Präparate – lassen Sie sich individuell beraten, was zu Ihren Beschwerden passt.
- Bei Kindern besonders vorsichtig sein: Keine Produkte mit Kampfer, Menthol oder ätherischen Ölen bei Säuglingen und Kleinkindern verwenden. Nur geeignete Kinderpräparate nutzen.
- Nasensprays richtig dosieren: Nicht länger als fünf bis sieben Tage anwenden – sonst droht ein Gewöhnungseffekt.
- Vitamine und pflanzliche Mittel: Zink, Vitamin C oder Echinacea können unterstützend eingesetzt werden – ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht eindeutig, viele empfinden sie aber als hilfreich.
- Immunsystem stärken & Impfung prüfen: Die Apotheke informiert zu Immunstärkung, Hygienemaßnahmen und berät auch zur jährlichen Grippeschutzimpfung.
Kurz zusammengefasst
- Eine Erkältung ist eine meist harmlose, virusbedingte Infektion der oberen Atemwege mit Schnupfen, Husten und Halskratzen.
- Sie verläuft oft in mehreren Phasen und klingt innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab.
- Komplikationen wie Nebenhöhlen-, Mittelohr- oder Lungenentzündungen sind möglich – besonders bei Kindern oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
- Eine Behandlung erfolgt symptomatisch, Hausmittel können unterstützen – Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Folgeinfektionen.
- Hygiene, ein starkes Immunsystem und die Grippeschutzimpfung helfen, Infekten vorzubeugen.
Quellen
zuletzt aktualisiert: 05.01.2025
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