Viele Menschen, die Husten, Schnupfen und andere Erkältungsbeschwerden lindern möchten, greifen auf Hausmittel zurück. Ob sie tatsächlich wirken, wurde bislang nur wenig erforscht. Einige haben jedoch eine lange Tradition und zeigen nachweislich positive Effekte. Welche das sind und wann doch ein Arztbesuch notwendig ist, lesen Sie hier.

Kinder haben bei Infekten häufig Fieber. In diesem Fall helfen Wadenwickel, die Körpertemperatur zu senken. Die Apothekerkammer Niedersachsen erklärt, wie das funktioniert:
Wadenwickel dürfen nicht angewendet werden, wenn Erkrankte sehr hohes Fieber, kalte Füße oder Schüttelfrost haben. Außerdem dürfen die Wickel nicht mit luftundurchlässigen Materialien umhüllt werden.
Bei akuten, entzündlichen Halsschmerzen können Quarkwickel helfen. So geht es:
Quark wird ein angenehm kühlender Effekt nachgesagt und er kann abschwellend sowie entzündungshemmend wirken. Alternativ kann bei Schluckbeschwerden und stärkerer Verschleimung im Hals auf dieselbe Weise ein warmer Quarkwickel bereitet werden. Hierbei wird der Quark zuvor auf Körpertemperatur erwärmt. Die warmen Wickel sollen die Durchblutung fördern, die Schleimlösung erleichtern und den Schmerz mildern. Auch hier gilt, dass Bettruhe eingehalten werden soll.
Bei einer Erkrankung der Nasennebenhöhlen kann eine Heißwasserinhalation die Beschwerden lindern und die medizinische Behandlung ergänzen. So geht es:
Vorsicht gilt bei mentholhaltigen Salben: Diese können die Augen sowie die Schleimhäute reizen und bei Asthmatikern sowie bei Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe die Atembeschwerden verstärken. Bei Kindern unter sechs Jahren sollten generell mentholfreie Erkältungssalben verwendet werden, die speziell für die entsprechende Altersgruppe entwickelt wurden.
Schon das Inhalieren mit einer reinen 0,9-prozentigen Kochsalzlösung kann Erleichterung verschaffen, da die Befeuchtung der Schleimhäute die Bekämpfung der Erkältungsviren unterstützt. Hierzu wird jedoch ein elektrischer Vernebler benötigt, da das Salz bei der beschriebenen „Schüsselmethode“ nicht in den Wasserdampf übergeht.
Ein Wechselbad für die Füße kann das Immunsystem stärken und für erholsamen Schlaf sorgen. So geht es:
Die Behandlung ist nicht für Personen geeignet, die zu Krampfadern, Thrombosen oder Herzproblemen neigen.
Für wohltuende Vollbäder sind Badezusätze mit ätherischen Ölen erhältlich, beispielsweise als Erkältungs- oder Entspannungsbäder zur Schlafförderung. Das Bad sollte jedoch nicht zu heiß und nicht zu lang sein. Wer Fieber oder Gefäßerkrankungen hat, sollte ganz auf ein Vollbad verzichten. Am besten lassen sich Erkrankte in der Apotheke vor Ort beraten, damit das Vollbad wirklich nützt und den Körper nicht überanstrengt.
Führt die Behandlung mit Hausmitteln zu keiner Besserung oder verschlimmern sich die Symptome, sollten Erkrankte ihren Hausarzt aufsuchen. Schwere Erkrankungen sind generell ein Fall für den Arzt.
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