Parodontitis: Ursachen, Symptome und Behandlung

Rüdiger Freund  |  24.04.2026 14:38 Uhr

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zu Zahnverlust führen kann. Die Erkrankung ist weit verbreitet und betrifft viele Erwachsene. Hier erfahren Sie alles über Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und vorbeugende Maßnahmen.

Frau schaut im Spiegel besorgt auf ihr gerötetes, blutendes Zahnfleisch.
Zahnfleischbluten, besonders beim Zähneputzen, und gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch sind häufige Symptome einer Parodontitis.
© seb_ra/iStockphoto
Inhaltsverzeichnis

Überblick

Parodontitis entsteht durch bakterielle Beläge auf den Zähnen, die das Zahnfleisch angreifen und zu einer Entzündung führen. Schreitet die Erkrankung fort, kann sie den Zahnhalteapparat und den Kieferknochen schädigen. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um Zahnverlust und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Symptome von Parodontitis

Die Erkrankung verläuft oft schleichend und schmerzfrei, bis erste Anzeichen auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Zahnfleischbluten, besonders beim Zähneputzen
  • Rötung und Schwellung des Zahnfleisches
  • Mundgeruch oder unangenehmer Geschmack im Mund
  • Zurückgehendes Zahnfleisch und freiliegende Zahnhälse
  • Lockerung der Zähne in fortgeschrittenem Stadium

Verlauf

Parodontitis beginnt meist harmlos – mit einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die oft keine Schmerzen verursacht. Wird diese nicht behandelt, greift die Entzündung auf den Zahnhalteapparat über. Es entstehen tiefe Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien vermehren. Der Körper reagiert darauf mit einer chronischen Entzündung, die Knochen und Gewebe abbaut. Die Zähne lockern sich, im schlimmsten Fall droht Zahnverlust.

Unbehandelt schreitet die Erkrankung schleichend, aber kontinuierlich voran. Oft verläuft sie in Schüben, bei denen sich ruhige Phasen mit akuten Entzündungen abwechseln. Je früher die Behandlung einsetzt, desto besser lassen sich Schäden am Zahnhalteapparat verhindern.

Parodontitis und Lebenserwartung

Unbehandelte Parodontitis kann nicht nur Zahnverlust verursachen, sondern auch das Risiko für systemische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes erhöhen. Studien legen nahe, dass chronische Entzündungen im Körper die Lebenserwartung beeinflussen können.

Darüber hinaus zeigen aktuelle Forschungen, dass Parodontitis mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Atemwegserkrankungen in Verbindung stehen kann. Die Bakterien aus den entzündeten Zahnfleischtaschen gelangen in den Blutkreislauf und können in anderen Organen Entzündungsprozesse auslösen. Eine konsequente Behandlung und regelmäßige Zahnarztbesuche sind daher essenziell.

Ursachen und Risikofaktoren

Parodontitis wird durch Plaque-Bakterien verursacht, die sich zwischen Zahn und Zahnfleisch ansammeln. Folgende Faktoren begünstigen die Erkrankung:

  • Mangelhafte Mundhygiene: Unzureichendes Zähneputzen fördert bakterielle Beläge.
  • Rauchen: Verzögert die Wundheilung und fördert Entzündungen.
  • Genetische Veranlagung: Einige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Parodontitis.
  • Erkrankungen wie Diabetes: Können das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit erhöhen.
  • Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft oder Wechseljahre können das Zahnfleisch empfindlicher machen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Zahnarztpraxis und beginnt mit einer gründlichen Untersuchung des Zahnfleischs. Zahnärztinnen und Zahnärzte prüfen, ob das Zahnfleisch gerötet oder geschwollen ist oder sogar blutet. Anschließend messen sie mit einer Parodontalsonde die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Werte ab 4 Millimetern deuten auf eine beginnende oder fortgeschrittene Parodontitis hin.

Röntgenbilder zeigen, ob und wie stark der Kieferknochen bereits abgebaut ist. Bei aggressiven Verlaufsformen oder familiärer Vorbelastung kann zusätzlich ein mikrobiologischer Test durchgeführt werden, um die Bakterienzusammensetzung zu analysieren. Auch ein Gentest zur Einschätzung des individuellen Risikos ist in bestimmten Fällen möglich.

Behandlung der Parodontitis

Ziel der Parodontitis Behandlung ist es, die Entzündung zu stoppen und den Zahnhalteapparat zu stabilisieren. Folgende Maßnahmen kommen zum Einsatz:

  • Professionelle Zahnreinigung: Entfernung von Plaque und Zahnstein zur Reduzierung bakterieller Beläge.
  • Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen: Entfernung von Ablagerungen unterhalb des Zahnfleischrands.
  • Antibiotische Therapie: In schweren Fällen zur Bekämpfung aggressiver Bakterien.
  • Antibakterielle Mundspülung: Unterstützt die Keimreduktion, sollte jedoch nur zeitlich begrenzt angewendet werden.
  • Chirurgische Eingriffe: Bei stark fortgeschrittener Parodontitis kann eine Zahnfleisch- oder Knochentransplantation notwendig sein.

Vorbeugung: So schützen Sie Ihr Zahnfleisch

Eine konsequente Prophylaxe kann helfen, Parodontitis frühzeitig zu verhindern. Wichtig sind:

  • Gründliche Mundhygiene: Zweimal tägliches Zähneputzen und die Nutzung von Zahnseide oder Interdentalbürsten.
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche: Früherkennung und professionelle Zahnreinigung zur Prävention.
  • Verzicht auf Rauchen: Reduziert das Risiko für Zahnfleischerkrankungen erheblich.
  • Gesunde Ernährung: Eine vitaminreiche Ernährung stärkt das Immunsystem und fördert die Mundgesundheit.
  • Mundspülung richtig anwenden: Bei akuten Entzündungen kann eine antibakterielle Mundspülung helfen, sollte jedoch nicht dauerhaft genutzt werden.

Was die Apotheke rät

  • Mundspüllösungen mit Chlorhexidin zur kurzfristigen Unterstützung bei Zahnfleischentzündungen verwenden.
  • Fluoridhaltige Zahnpasten und antibakterielle Gele schützen vor bakteriellen Belägen.
  • Spezielle Zahnbürsten und Interdentalbürsten helfen, schwer erreichbare Stellen zu reinigen.
  • Bei ersten Anzeichen von Zahnfleischbluten frühzeitig eine Zahnarztpraxis aufsuchen.

Kurz zusammengefasst

  • Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates und eine häufige Ursache für Zahnverlust.
  • Symptome sind Zahnfleischbluten, Rückgang des Zahnfleisches und lockere Zähne.
  • Eine frühzeitige Behandlung durch Zahnreinigung, Tiefenreinigung und in manchen Fällen Antibiotika kann den Krankheitsverlauf stoppen.
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche und gründliche Mundhygiene sind die beste Vorsorge.
  • Unbehandelte Parodontitis kann die allgemeine Gesundheit beeinflussen und das Risiko für systemische Erkrankungen erhöhen.

zuletzt aktualisiert: 24.04.2026

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