Zahnfleischentzündung

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  23.12.2025 00:00 Uhr

Die Zahnfleischentzündung, medizinisch Gingivitis genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen der Mundhöhle. Sie entsteht meist durch bakterielle Zahnbeläge und bleibt oft lange unbemerkt. Zu den typischen Warnzeichen zählen Zahnfleischbluten und -schwellungen sowie Mundgeruch. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln und langfristig die Zahngesundheit gefährden.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Bei einer Zahnfleischentzündung ist das Gewebe am Zahnfleischrand entzündet. Die akute Form betrifft nur das oberflächliche Zahnfleisch, während die chronische Variante über längere Zeit besteht und zu Rückgang des Zahnfleisches führen kann. Die Entzündung wird meist durch Bakterien ausgelöst, die sich in Zahnbelag ansammeln.

Symptome/Verlauf

Typische Symptome sind gerötetes, geschwollenes und empfindliches Zahnfleisch. Es kann beim Zähneputzen oder Essen bluten. Zu den weiteren Anzeichen zählen Mundgeruch, weiches Zahnfleisch und ein unangenehmer Geschmack im Mund. In schweren Fällen treten Schmerzen, Fieber oder geschwollene Lymphknoten auf.

Folgen/Komplikationen

Unbehandelt kann die Zahnfleischentzündung zu Zahnfleischtaschen, freiliegenden Zahnhälsen und schliesslich zu Parodontitis führen. Diese greift den Zahnhalteapparat an und kann zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen. Auch eine Ausbreitung auf die Mundschleimhaut ist möglich.

Ursachen/Risikofaktoren

Die wichtigsten Ursachen und Risikofaktoren sind:

  • mangelnde Mundhygiene
  • Rauchen
  • Diabetes
  • Hormonelle Veränderungen, etwa während der Schwangerschaft oder in der Pubertät
  • Vitamin-C-Mangel
  • Stress
  • schlecht sitzender Zahnersatz oder Zahnspangen
  • mechanische Reizungen durch zu festes Putzen
  • Medikamente wie Blutdrucksenker oder Immunsuppressiva
  • Alter ab etwa 40 Jahren
  • unausgewogene Ernährung

Das kann helfen

Das macht der Zahnarzt: Er entfernt Zahnbeläge und Zahnstein, poliert die Zähne und trägt bei Bedarf entzündungshemmende Gele oder Salben auf. In schweren Fällen kann ein Antibiotikum oder eine lokale Behandlung der Zahnfleischtaschen notwendig sein.
Das kann man selbst tun: Gründliches Zähneputzen, Zahnseide und Interdentalbürstchen, antibakterielle Mundspülungen und eine gesunde Ernährung viel zur Vorbeugung bei. Grenzen sind erreicht, wenn Blutungen, Schmerzen oder Schwellungen länger anhalten. Dann ist eine zahnärztliche Behandlung unumgänglich.

Quellenangaben:
Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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