Karies: Symptome, Behandlung und Tipps

Natascha Schleif  |  20.08.2025 11:51 Uhr

Karies gilt als die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern und Erwachsenen. Sie beginnt meist unbemerkt, entwickelt sich aber stetig weiter – von der ersten Entkalkung des Zahnschmelzes bis hin zur Entzündung des Zahnnervs. Früh erkannt, lässt sich der Prozess stoppen. Mit richtiger Zahnpflege, Ernährung und Kontrolle kann man Karies oft ganz vermeiden.

Ein junger Mann hält sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Wange, in der anderen Hand ein Wasserglas.
Schmerzempfindliche Zähne? Das ist ein Symptom für eine fortgeschrittene Karies-Erkrankung.
© seb_ra/iStockphoto
Inhaltsverzeichnis

Überblick

Karies ist eine bakterielle Erkrankung, bei der der Zahnschmelz nach und nach zerstört wird. Auslöser sind bestimmte Bakterien im Zahnbelag, die Zucker zu Säuren umwandeln. Diese Säuren entziehen dem Zahnschmelz Mineralien – es entstehen kleine Defekte, später Löcher.

Zunächst greift Karies nur die äußeren Zahnschichten an. Schreitet sie weiter voran, erreicht sie das Zahnbein und schließlich den Zahnnerv. Dann drohen Schmerzen, Entzündungen oder Zahnverlust. Besonders bei Kindern kann Karies rasch fortschreiten, da Milchzähne weicher und schlechter mineralisiert sind.

Symptome

Karies entwickelt sich langsam. In der Frühphase verläuft sie meist schmerzlos. Deutliche Warnzeichen treten erst im fortgeschrittenen Stadium auf.

  • Weiße oder bräunliche Flecken auf der Zahnoberfläche
  • Schmerzen bei heißen, kalten oder süßen Speisen
  • Sichtbare Löcher oder dunkle Verfärbungen
  • Mundgeruch
  • Empfindlichkeit beim Zähneputzen oder Kauen

Verlauf von Karies

Zu Beginn ist Karies noch reversibel: Durch Fluorid, gründliche Mundhygiene und zahnschonende Ernährung kann der Zahnschmelz wieder gestärkt und beginnende Schäden repariert werden.

Dringt die Karies jedoch tiefer in den Zahn ein, erreicht sie das empfindlichere Zahnbein (Dentin) – Schmerzen sind oft die Folge.

Ohne Behandlung breitet sich die Entzündung bis zur Zahnpulpa aus, dem inneren Bereich des Zahns, der Blutgefäße und Nerven enthält. In diesem Stadium ist eine aufwendige Behandlung nötig, zum Beispiel eine Wurzelkanalbehandlung, um den Zahn zu retten.

Bereits bei Kindern kann fortgeschrittene Karies zu Zahnverlust führen, was die Entwicklung der bleibenden Zähne beeinträchtigen kann. Daher ist frühzeitiges Eingreifen besonders wichtig.

Ursachen von Karies

Karies entwickelt sich durch das Zusammenspiel von vier Hauptfaktoren:

  • Bakterien: Vor allem Streptococcus mutans und andere säurebildende Keime, die den Zahnschmelz angreifen.
  • Zucker: Der wichtigste Nährstoff für diese Bakterien – je mehr Zucker, desto mehr schädliche Säuren entstehen.
  • Zeit: Je länger Zucker auf den Zähnen bleibt, desto stärker greifen die Säuren den Zahnschmelz an.
  • Zahnschmelz: Ein empfindlicher oder schlecht gepflegter Zahnschmelz ist besonders anfällig für Karies.

Weitere Risikofaktoren

  • Häufige Zwischenmahlzeiten und zuckerhaltige Getränke
  • Unregelmäßiges oder falsches Zähneputzen
  • Ein trockener Mund, z. B. durch bestimmte Medikamente oder nächtliches Atmen durch den Mund, da weniger schützender Speichel vorhanden ist

Karies bei Kindern

Kinderzähne sind besonders anfällig für Karies: Der Zahnschmelz ist dünner, die Zahnzwischenräume enger, und die Mundhygiene nicht immer ausreichend. Gesüßte Tees oder Fruchtsäfte aus der Nuckelflasche schaffen ideale Bedingungen für Karies.

Diagnose

Die zahnärztliche Untersuchung beginnt mit dem Blick auf die Zähne – unterstützt durch Spiegel und Sonde. Verdächtige Stellen sind oft rau, matt oder verfärbt. Bei Verdacht auf Karies zwischen den Zähnen kommen Röntgenaufnahmen zum Einsatz.

Moderne Methoden wie Laserfluoreszenz oder Lichtanalyse helfen, beginnende Defekte noch vor sichtbaren Schäden zu erkennen. Bei Kindern erfolgt die Untersuchung kindgerecht – mit spielerischer Heranführung und viel Geduld.

Behandlung von Karies

Die Behandlung hängt vom Kariesstadium ab. Bei beginnender Entkalkung reichen Fluoride, eine Ernährungsumstellung und gezielte Zahnpflege. Ist die Karies weiter fortgeschritten, muss die befallene Zahnsubstanz entfernt und ersetzt werden.

Dazu verwenden Zahnärztinnen und Zahnärzte moderne Füllmaterialien wie Komposit (Kunststoff), Glasionomerzement oder – in seltenen Ausnahmefällen – Amalgam. Größere Schäden werden mit Inlays, Teilkronen oder Kronen versorgt.

Hat die Karies den Zahnnerv erreicht, ist eine Wurzelbehandlung nötig. Dabei wird das entzündete Gewebe entfernt, der Wurzelkanal desinfiziert und dicht verschlossen. Bei Milchzähnen wird – je nach Alter des Kindes – entweder gefüllt oder ein Platzhalter eingesetzt, falls der Zahn entfernt werden muss.

Was die Apotheke rät

  • Gründliche Zahnpflege: Zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen, Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen, Zahnbürsten alle 2 bis 3 Monate wechseln.
  • Speichelfluss anregen: Zuckerfreie Kaugummis kauen, viel trinken – am besten Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Zahnschonende Ernährung: Weniger Zucker, feste Mahlzeiten statt Daueressen, frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte bevorzugen.
  • Frühzeitige Vorsorge: Ab dem ersten Milchzahn putzen, ab dem ersten Lebensjahr regelmäßig zum Zahnarzt.

Kurz zusammengefasst

  • Karies ist eine weit verbreitete Erkrankung, die den Zahnschmelz zerstört.
  • Sie beginnt schmerzlos, kann aber zu Zahnschmerzen und -verlust führen.
  • Kinder sind besonders gefährdet – regelmäßiges Putzen und Vorsorge sind entscheidend.
  • Früh erkannt, kann Karies ohne Bohren gestoppt werden.
  • Zuckerarme Ernährung, Fluorid und gute Mundhygiene schützen dauerhaft.

zuletzt aktualisiert: 20.08.2025

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