Helicobacter pylori ist ein weit verbreitetes Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedelt und zu Beschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit oder Sodbrennen führen kann. Erfahren Sie, wie sich eine Infektion äußert, wie sie erkannt und behandelt wird – und wann ein Test sinnvoll ist.

Helicobacter pylori ist ein spiralförmiges Bakterium, das sich in der Magenschleimhaut ansiedelt. Es überlebt dort, weil es ein Enzym bildet, das die Magensäure neutralisiert. Die meisten Infektionen entstehen im Kindesalter, oft über engen Kontakt innerhalb der Familie. Viele Menschen merken lebenslang nichts von der Infektion – andere entwickeln Magenschmerzen, Völlegefühl oder chronische Entzündungen.
In Deutschland ist etwa jeder Dritte infiziert, besonders häufig ältere Menschen oder Personen mit Migrationshintergrund. Die Übertragung erfolgt vermutlich über Speichel, verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Eine Impfung gegen Helicobater pylori gibt es bisher nicht, doch weltweit wird intensiv an einem Impfstoff geforscht.
Oft verursacht eine Helicobacter pylori-Infektion gar keine Beschwerden. Wenn doch, betreffen die Symptome vor allem den Magen-Darm-Trakt und ähneln denen eines Reizmagen oder einer Magenschleimhautentzündung.
Chronische Beschwerden sollten immer ärztlich abgeklärt werden – vor allem, wenn sie über Wochen bestehen oder sich verschlimmern.
Die Infektion mit Helicobacter pylori verläuft bei vielen Menschen über Jahre hinweg still und ohne Beschwerden. In anderen Fällen entwickelt sich jedoch eine chronische Magenschleimhautentzündung, die unbehandelt zu ernsthaften Folgeerkrankungen führen kann. Der Verlauf hängt also stark davon ab, ob und wie stark die Magenschleimhaut auf das Bakterium reagiert.
Daher ist es wichtig, die Infektion rechtzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln – auch dann, wenn die Symptome nur leicht sind oder gar nicht auftreten. Zum Beispiel bildet sich das seltene MALT-Lymphom, im Frühstadium erkannt, manchmal allein durch die Beseitigung von Helicobacter pylori zurück.
Die Infektion mit Helicobacter pylori erfolgt meist schon im Kindesalter – vor allem durch engen Kontakt innerhalb der Familie. Das Bakterium wird vermutlich über Speichel, kontaminierte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser übertragen.
Genetische Faktoren oder das Immunsystem spielen nach aktuellem Stand eine untergeordnete Rolle. Entscheidend für die Infektion ist meist der Zeitpunkt – je früher im Leben die Ansteckung erfolgt, desto wahrscheinlicher bleibt die Besiedlung dauerhaft bestehen.
Die Diagnose erfolgt meist dann, wenn Beschwerden wie Magenschmerzen oder chronische Übelkeit vorliegen. Auch bei familiärer Vorbelastung oder nachgewiesenen Geschwüren wird nach dem Keim gesucht.
Ein Helicobacter pylori Selbsttest ist in Apotheken erhältlich, ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnose. Er kann ein erster Hinweis bei wiederkehrenden Magenproblemen sein.
Ziel der Behandlung ist es, den Keim vollständig zu beseitigen (Eradikationstherapie), um die Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu verhindern.
Die Medikamente müssen konsequent eingenommen werden, auch wenn die Beschwerden früh nachlassen Nach der Behandlung sollte ein Kontrolltest erfolgen, um den Erfolg zu prüfen (zum Beispiel ein Atemtest). Die Behandlung ist in der Regel gut verträglich.
Hier geht es zum Gesundheitslexikon mit allen Krankheiten von A-Z!
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Dem Geschmacksverlust nach Covid-19 auf der Spur, die ideale Länge des…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern