Die Waldbrandgefahr steigt – auch in Europa. Eine große kanadische Studie zeigt nun: Feinstaub aus Waldbrandrauch könnte schwere Migräne- und Kopfschmerzattacken begünstigen.

Das Forschungsteam untersuchte speziell den aus Waldbränden stammenden Feinstaub PM2,5 – das sind Partikel mit einem Durchmesser von höchstens 2,5 Mikrometern. Erhöhte sich die Konzentration dieses Feinstaubs um fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, nahm die Zahl der Notaufnahmebesuche wegen Migräne und anderer primärer Kopfschmerzen um rund sechs Prozent zu. Als „primär“ gelten Kopfschmerzen, die nicht durch eine andere Erkrankung verursacht werden.
An Tagen ohne Waldbrandrauch war Feinstaub nicht statistisch eindeutig mit mehr Kopfschmerz-Notfällen verbunden. Das deutet darauf hin, dass die Herkunft oder Zusammensetzung des Feinstaubs eine Rolle spielen könnte.
Waldbrandrauch enthält neben feinen und ultrafeinen Partikeln auch reaktive Gase und weitere Verbrennungsprodukte. Frühere Untersuchungen liefern Hinweise, dass diese Stoffe Entzündungsreaktionen und Prozesse im Nervensystem auslösen könnten, die an Migräne beteiligt sind. Auch Stress, Ängste und Schlafstörungen während länger anhaltender Rauchperioden kommen als indirekte Einflüsse infrage. Waldbrände können der Quelle zufolge zudem die psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Das Forschungsteam unter Beteiligung von Health Canada wertete 997.701 Notaufnahmebesuche von 622.753 Patienten in zwei kanadischen Provinzen aus. Erfasst wurden die Waldbrandsaisons von Mai bis Oktober zwischen 2010 und 2023. Die Forscher verglichen für jeden Patienten die Rauchbelastung am Tag des Notaufnahmebesuchs mit der Belastung an vergleichbaren Kontrolltagen. Dabei berücksichtigten sie auch mögliche verzögerte Auswirkungen innerhalb von sieben Tagen sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Die Beobachtungsstudie belegt nicht, dass der Rauch die Kopfschmerzen verursacht hat. Zudem fehlten Angaben zu bereits bestehenden Kopfschmerzerkrankungen und zur Einnahme von Medikamenten. Die persönliche Belastung in Innenräumen ließ sich ebenfalls nicht messen. Weitere Forschung muss unter anderem klären, ob Luftfilter, Atemschutzmasken oder eine verringerte Rauchexposition das Risiko tatsächlich senken können.
Quelle: DOI 10.1001/jamanetworkopen.2026.25015
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