Bluthochdruck macht sich häufig erst bemerkbar, wenn Herz, Gefäße oder andere Organe bereits geschädigt sind. Bis zu 20 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Welche Warnzeichen auftreten können, welche Blutdruckwerte kritisch sind und wann die Messung in der Apotheke kostenlos möglich ist, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Bluthochdruck ist einer der größten Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen. In Deutschland sind bis zu 20 Millionen Menschen betroffen. Bleibt Bluthochdruck dauerhaft unzureichend oder gar gänzlich unbehandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Dazu zählen:
Der Blutdruck wird in Form zweier Werte angegeben. Die erste Zahl steht für den systolischen Blutdruck, also den Druck unmittelbar beim Herzschlag; die Zahl hinter dem Schrägstrich gibt den diastolischen Blutdruck bei der Entspannung des Herzens an. Folgende Grenzwerte wind wichtig:
Ein einzelner erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch eine dauerhafte Erkrankung. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle entscheidend. Erwachsene unter 40 Jahren sollten ihren Blutdruck alle drei Jahre überprüfen lassen. Ab dem 41. Lebensjahr wird eine jährliche Kontrolle empfohlen.
Ein über die Jahre stetig steigender Druck verläuft oft ohne Symptome. Dennoch können bestimmte Beschwerden auf zu hohe Blutdruckwerte hinweisen. Dazu gehören:
Bei stark erhöhtem Blutdruck können zusätzlich Atemnot bei körperlicher Anstrengung, eingeschränkte Belastbarkeit, Sehstörungen, Brustschmerzen bei Belastung, starkes Schwitzen sowie Wassereinlagerungen im Gewebe auftreten. Leiden Betroffene häufiger an diesen Symptomen, sollten sie dringend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
In ungefähr 90 Prozent der Fälle ist Bluthochdruck eine sogenannte essenzielle oder primäre arterielle Hypertonie. Das heißt, dass keine Grunderkrankung besteht, die den hohen Blutdruck direkt verursacht. Eine familiäre Veranlagung oder zunehmendes Alter erhöhen hierfür das Risiko.
Lediglich in etwa 10 Prozent aller Fälle ist Bluthochdruck die Folge einer anderen Erkrankung. Mögliche Grunderkrankungen sind dann Nierenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion und Schlafapnoe, also nächtliche Atemaussetzer, die den Schlaf stören und den Blutdruck erhöhen können.
Es gibt aber auch bestimmte Lebensstilfaktoren, die das Risiko erhöhen und die Betroffene aktiv beeinflussen können. Dazu gehören vor allem Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung, insbesondere zu viel Salz oder übermäßiger Alkoholkonsum, sowie dauerhafter Stress.
Apotheken bieten flächendeckend Blutdruckmessungen gegen eine geringe Gebühr an. Wenn bereits Bluthochdruck diagnostiziert wurde und mindestens ein Blutdruckmedikament eingenommen wird, kann die Blutdruckmessung im Rahmen einer sogenannten pharmazeutischen Dienstleistung (pDL) kostenfrei durchgeführt werden.
Hierzu wird nach einer kurzen Ruhepause dreimal hintereinander der Blutdruck gemessen und der Mittelwert aus der zweiten und dritten Messung berechnet.
Bei deutlich erhöhten Werten schickt die Apothekerin oder der Apotheker die Betroffenen in die Arztpraxis. Die gesamte Untersuchung dauert etwa 15 Minuten. Personen, denen ein blutdrucksenkendes Medikament verschrieben wurde, haben alle zwölf Monate Anspruch auf diese pharmazeutische Dienstleistung. Zusätzlich können Patientinnen und Patienten diese pDL beanspruchen, wenn sich ihre blutdrucksenkende Medikation verändert hat.
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