Inzwischen kommt es etwa bei jedem 200. Flug zu einem medizinischen Zwischenfall. Besonders häufig werden Reisende ohnmächtig. Bestimmte Vorerkrankungen, Flüssigkeitsmangel und langes Sitzen können das Risiko erhöhen – mit einfachen Maßnahmen lässt sich jedoch vorbeugen.
Warum Fliegen den Körper belastet
Der Kabinendruck ist niedriger als auf Meereshöhe. Dadurch sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut. Der Körper gleicht dies aus, indem er Atmung und Herzschlag beschleunigt. Gesunde Menschen bemerken davon meist wenig. Für Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen wie COPD sowie mit Bluthochdruck können die Bedingungen jedoch eine zusätzliche Belastung darstellen. Auch nach einer Zahnoperation oder einem Tauchgang besteht ein erhöhtes Risiko für Beschwerden.
Welche medizinischen Notfälle sind am häufigsten?
Zu den häufigsten medizinischen Zwischenfällen an Bord zählen Ohnmacht, Atemnot und Magen-Darm-Beschwerden. Etwa jeder dritte Notfall ist eine Ohnmacht. Nach langem Sitzen kann beim Aufstehen Blut in die Beine sacken, sodass das Gehirn vorübergehend nicht ausreichend versorgt wird. Hinzu kommt die trockene Kabinenluft: Der Körper verliert während des Fluges bis zu 360 Milliliter Wasser pro Stunde. Dadurch wird das Blut dickflüssiger und das Risiko für eine tiefe Venenthrombose kann steigen.
Mit diesen Tipps lassen sich Beschwerden vermeiden
- Ausreichend Wasser trinken: Das gleicht den Flüssigkeitsverlust durch die trockene Kabinenluft aus und entlastet den Kreislauf.
- Regelmäßig bewegen: Während des Fluges möglichst oft aufstehen und bewegen. Das wirkt dem Versacken des Blutes in den Beinen nach langem Sitzen entgegen.
- Alkohol vermeiden: Alkohol und Flüssigkeitsmangel erhöhen gemeinsam das Risiko für Ohnmachtsanfälle.
- Auf stark salzige Snacks verzichten: Sie können den Flüssigkeitsmangel und damit die Gefahr einer Ohnmacht zusätzlich verstärken.
- Blähende Lebensmittel meiden: Gas im Darm kann sich während des Fluges auf das Vierfache seines ursprünglichen Volumens ausdehnen. Bohnen, Brokkoli, Grünkohl, Zwiebeln und andere Hülsenfrüchte können Blähungen und Bauchbeschwerden begünstigen.
- Nach dem Tauchen mit dem Flug warten: Zwischen einem Tauchgang und dem Abflug sollten mindestens 48 Stunden liegen.
- Vorerkrankungen vorab abklären: Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen, Bluthochdruck oder einer kürzlich erfolgten Zahnoperation sollten die möglichen Risiken einer Flugreise vorab ärztlich besprechen.
Herzinfarkte und Schlaganfälle kommen an Bord zwar vergleichsweise selten vor. Weil medizinische Ausrüstung und Fachpersonal im Flugzeug jedoch nur begrenzt verfügbar sind, können solche Notfälle schwerwiegender verlaufen als am Boden.