Inzwischen kommt es etwa bei jedem 200. Flug zu einem medizinischen Zwischenfall. Besonders häufig werden Reisende ohnmächtig. Bestimmte Vorerkrankungen, Flüssigkeitsmangel und langes Sitzen können das Risiko erhöhen – mit einfachen Maßnahmen lässt sich jedoch vorbeugen.

Der Kabinendruck ist niedriger als auf Meereshöhe. Dadurch sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut. Der Körper gleicht dies aus, indem er Atmung und Herzschlag beschleunigt. Gesunde Menschen bemerken davon meist wenig. Für Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen wie COPD sowie mit Bluthochdruck können die Bedingungen jedoch eine zusätzliche Belastung darstellen. Auch nach einer Zahnoperation oder einem Tauchgang besteht ein erhöhtes Risiko für Beschwerden.
Zu den häufigsten medizinischen Zwischenfällen an Bord zählen Ohnmacht, Atemnot und Magen-Darm-Beschwerden. Etwa jeder dritte Notfall ist eine Ohnmacht. Nach langem Sitzen kann beim Aufstehen Blut in die Beine sacken, sodass das Gehirn vorübergehend nicht ausreichend versorgt wird. Hinzu kommt die trockene Kabinenluft: Der Körper verliert während des Fluges bis zu 360 Milliliter Wasser pro Stunde. Dadurch wird das Blut dickflüssiger und das Risiko für eine tiefe Venenthrombose kann steigen.
Herzinfarkte und Schlaganfälle kommen an Bord zwar vergleichsweise selten vor. Weil medizinische Ausrüstung und Fachpersonal im Flugzeug jedoch nur begrenzt verfügbar sind, können solche Notfälle schwerwiegender verlaufen als am Boden.
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