Überblick
Ein Schlaganfall entsteht, wenn Teile des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Die häufigste Ursache ist ein Gefäßverschluss (ischämischer Schlaganfall), seltener eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall). In beiden Fällen kommt es zum Absterben von Nervenzellen – mit potenziell schwerwiegenden Folgen.
In Deutschland sind pro Jahr rund 270.000 Menschen betroffen. Die Auswirkungen reichen von kurzzeitigen Lähmungen oder Sprachstörungen bis hin zu dauerhafter Behinderung oder Tod.
Je schneller die medizinische Versorgung beginnt, desto größer ist die Chance, bleibende Schäden zu verhindern. Besonders wichtig ist es daher, typische Frühwarnzeichen eines Schlaganfalls sofort zu erkennen und ohne Zögern den Notruf (112) zu wählen.
Symptome eines Schlaganfalls
Ein Schlaganfall tritt meist plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Die Beschwerden hängen davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist.
Typische Anzeichen sind:
- Lähmungen oder Taubheitsgefühl – meist einseitig, z. B. an Arm, Bein oder Gesicht
- Herabhängender Mundwinkel
- Sprach- oder Sprechstörungen – z. B. unverständliches Sprechen oder Wortfindungsstörungen
- Sehstörungen – z. B. Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle oder plötzliche Erblindung auf einem Auge
- Schwindel, Gangunsicherheit, Koordinationsprobleme
- Plötzlich auftretender, starker Kopfschmerz ohne erkennbare Ursache
Der schleichende Schlaganfall
Nicht jeder Schlaganfall zeigt dramatische Symptome. Manche verlaufen über Stunden oder Tage – die Anzeichen sind dann oft unspezifisch:
- Leichte Sprach- oder Konzentrationsstörungen
- Dauerhafter Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder leichte Verwirrtheit
Wichtig: Auch subtile oder scheinbar harmlose Symptome können Vorboten eines Schlaganfalls sein – sie müssen sofort ärztlich abgeklärt werden. Angehörige spielen dabei eine wichtige Rolle: Veränderungen in Sprache, Mimik oder Verhalten werden oft zuerst von außen bemerkt.
Ursachen eines Schlaganfalls
Die häufigste Form ist der ischämische Schlaganfall (ca. 80 Prozent der Fälle): Dabei wird ein Blutgefäß durch ein Gerinnsel verstopft – das Gehirn bekommt zu wenig Sauerstoff.
Seltener ist der hämorrhagische Schlaganfall (ca. 15-20 Prozent): Dabei platzt ein Gefäß im Gehirn, was zu einer Blutung führt.
Risikofaktoren sind:
Ursachen für schleichende Schlaganfälle sind oft kleine, wiederholte Gefäßverschlüsse (Mikroinfarkte), die sich über längere Zeit summieren. Auch entzündliche Gefäßerkrankungen und Arteriosklerose gelten als Risikofaktoren. Eine ärztliche Abklärung der genauen Schlaganfall-Ursachen ist entscheidend für die passende Therapie.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Notaufnahme – jede Minute zählt. Moderne Bildgebung ermöglicht eine schnelle Einschätzung des Schadens und der Ursache.
Untersuchungsverfahren:
- CT oder MRT des Kopfes
- Körperliche und neurologische Untersuchung
- Blutdruck-, EKG- und Blutzucker-Messung
- Duplexsonographie der Halsgefäße
Oft kommen standardisierte Tests wie der FAST-Test (Face, Arms, Speech, Time) zum Einsatz. Auch Laien können damit erste Hinweise auf einen Schlaganfall erkennen. Bei schleichenden Schlaganfall-Symptomen sind genaues Beobachten und Schilderungen von Angehörigen besonders wichtig.
Behandlung: So wird ein Schlaganfall therapiert
Die Therapie hängt davon ab, ob es sich um einen ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfall handelt.
Bei ischämischem Schlaganfall:
- Thrombolyse (Auflösung des Gerinnsels mit Medikamenten)
- Mechanische Thrombektomie (Entfernung des Gerinnsels per Katheter)
Bei hämorrhagischem Schlaganfall:
- Blutdrucksenkung
- Operative Beseitigung der Blutung, falls möglich
- Kontrolle des Hirndrucks
Nach der Akutphase beginnt die Rehabilitation – mit Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und ggf. psychologischer Unterstützung.
Langfristiges Ziel ist es, Rückfälle zu verhindern. Dazu gehört auch, die zugrundeliegenden Ursachen zu behandeln – insbesondere durch eine gute Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin. Zusätzlich sollten möglichst viele Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Übergewicht reduziert werden.
Was die Apotheke rät
Apotheken sind ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen nach einem Schlaganfall – sowohl zur Vorbeugung eines Rückfalls als auch für die langfristige Versorgung im Alltag. Viele Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte lassen sich medikamentös gut behandeln – hier kann die Apotheke gezielt unterstützen.
Typische Leistungen und Empfehlungen aus der Apotheke:
- Blutdruckkontrolle vor Ort und Beratung zu blutdrucksenkenden Medikamenten
- Erläuterung zur sicheren Einnahme von Blutverdünnern (z. B. DOAKs oder ASS)
- Unterstützung bei der Blutzuckermessung und Auswahl geeigneter Geräte
- Aufklärung zu Neben- und Wechselwirkungen bei Dauermedikation
- Hilfen zur Therapietreue – z. B. mit Tablettendispensern oder individuellen Medikationsplänen
Auch Angehörige finden hier wichtige Informationen – etwa zu Pflegehilfsmitteln, Unterstützungsangeboten oder zur Früherkennung möglicher schleichender Schlaganfall-Symptome.
Kurz zusammengefasst
- Ein Schlaganfall ist ein plötzlicher Ausfall von Hirnfunktionen – meist durch Gefäßverschluss oder Hirnblutung.
- Warnzeichen: Lähmungen (einseitig), Sprachstörungen, Sehstörungen, starker Schwindel oder plötzlicher Kopfschmerz.
- Auch schleichende Symptome wie Verwirrtheit oder Wortfindungsstörungen können Anzeichen sein.
- Bei Verdacht: Sofort 112 rufen. Jede Minute zählt.
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