Nicht nur fürs Abnehmen: Intervallfasten zeigt überraschenden Effekt aufs Gehirn

Hanke Huber  |  30.07.2026 13:57 Uhr

Intervallfasten wird vor allem mit Gewichtsverlust und einer besseren Stoffwechselgesundheit in Verbindung gebracht. Nun gibt es Hinweise, dass auch das Gehirn davon profitieren könnte.

Eine Frau Ü50 pfeffert ihr essen mit einer Mühle und lächelt in die Kamera.
Ältere Frauen, die im Rahmen einer Studie nur innerhalb acht Stunden am Tag aßen, zeigten eine bessere geistige Leistungsfähigkeit.
© iStock.com/jacoblund

In einer kleinen Studie schnitten ältere Frauen, die ihre Mahlzeiten auf ein tägliches Zeitfenster von acht bis neun Stunden beschränkten, bei bestimmten Denktests besser ab als Frauen mit einem etwa zwölfstündigen Zeitfenster fürs Essen.

Studie vergleicht zwei Essenszeitfenster

Forschende der Rutgers University hatten 47 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren mit Übergewicht oder Adipositas untersucht. Alle sollten ihre tägliche Energieaufnahme um etwa 500 Kilokalorien reduzieren. Eine Gruppe verteilte ihre Mahlzeiten wie gewohnt über rund zwölf Stunden, die andere aß ausschließlich innerhalb eines Zeitfensters von weniger als neun Stunden – meist zwischen 10 und 18 Uhr. 

Vorteile bei Planung und Problemlösen

Nach sechs Monaten hatten beide Gruppen ähnlich viel Gewicht verloren – durchschnittlich rund sieben Kilogramm. Unterschiede zeigten sich jedoch bei einigen kognitiven Tests: Die Frauen mit dem kürzeren Essfenster schnitten deutlich besser bei Aufgaben zu räumlichem Planen und Problemlösen ab.

Beim Gedächtnis zeigte sich nur ein Trend

Auch bei Aufgaben zum Gedächtnis und Lernen machte die Intervallfasten-Gruppe tendenziell weniger Fehler. Dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant und lässt daher keine sicheren Rückschlüsse zu. Bei Reaktionsgeschwindigkeit und Multitasking fanden die Forschenden überhaupt keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Warum der Essenszeitpunkt wichtig sein könnte

„Gewichtsabnahme allein beugt bereits einem Teil des altersbedingten kognitiven Rückgangs vor“, sagt Sue Shapses, Professorin an der Rutgers University und Hauptautorin der Studie. „Unsere Daten deuten nun darauf hin, dass es Vorteile haben könnte, vier Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen und die Nahrungsaufnahme auf acht bis neun Stunden am Tag zu beschränken.“ 

Die Forschenden vermuten, dass ein kürzeres Essfenster die innere Uhr, Entzündungsprozesse oder den Stoffwechsel beeinflussen und dadurch indirekt auch die Gehirnfunktion unterstützen könnte. Ob dieser Zusammenhang tatsächlich besteht, müssen jedoch größere Studien klären.

Pilotstudie zeigt erste Hinweise

Die Ergebnisse sollten insgesamt vorsichtig eingeordnet werden. Es handelt sich um eine kleine Pilotstudie mit ausschließlich weiblichen Teilnehmenden. Außerdem wurden die Daten bislang nur als Kongressbeitrag auf der NUTRITION 2026 präsentiert und noch nicht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht. Eine unabhängige Begutachtung steht daher noch aus.

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