Wer schon einmal eine Diät gemacht hat, kennt das Problem: Abnehmen gelingt oft, doch das ständige Zählen und Kontrollieren zehrt an den Nerven, und sobald die Disziplin nachlässt, kehren die Kilos zurück. Ein Forschungsteam der University of Adelaide hat zwei verbreitete Wege zum Abnehmen verglichen und dabei nicht nur aufs Gewicht geschaut, sondern auch darauf, wie sich die Methoden im Alltag anfühlen.
Gleicher Gewichtsverlust, anderes Erleben
Beide Diätformen brachten einen ähnlichen Erfolg: Nach sechs Monaten hatten die Teilnehmenden mit Intervallfasten ebenso wie jene mit klassischer Kalorienreduktion im Schnitt rund sieben Kilogramm verloren. Wer nur allgemeine Ernährungstipps bekam, nahm dagegen etwa zwei Kilogramm ab.
Der Unterschied lag in der Art der Anstrengung. Wer Kalorien zählte, musste sich den ganzen Tag über zusammenreißen: bei jeder Mahlzeit abwägen, Portionen kontrollieren, Snacks widerstehen. Diese ständige bewusste Selbststeuerung empfanden viele als anstrengend, und sie blieb auch nach zwölf Monaten nötig. Die Fastengruppe dagegen hielt sich nur an wenigen Tagen streng zurück und aß sonst normal. Der Verzicht war klarer begrenzt, das ständige Abwägen fiel weg. Bemerkenswert ist: Der höhere Kontrollaufwand beim Kalorienzählen brachte kein besseres Ergebnis. Beide Gruppen nahmen ähnlich viel ab.
Warum das entscheidend sein kann
Für viele Menschen ist nicht das Abnehmen das eigentliche Problem, sondern das Durchhalten. „Obwohl viele Diäten zu Gewichtsverlust führen können, lassen sie sich oft schwer einhalten, und das macht es schwieriger, das Gewicht langfristig zu halten", sagt Studienleiterin Leonie Heilbronn. Intervallfasten könnte daher ein alternativer Weg für alle sein, die mit herkömmlichen Diäten immer wieder scheitern, weil es weniger von bewusster Selbstbeschränkung abhängt.
Ein angenehmer Nebenbefund: In beiden Diätgruppen besserten sich auch Stimmung und allgemeines Wohlbefinden, sogar an den Fastentagen.
Was die Studie untersucht hat
An der Untersuchung nahmen mehr als 200 Erwachsene mit Adipositas teil, über einen Zeitraum von 18 Monaten. Sie wurden zufällig einer von drei Gruppen zugeteilt. Die Fastengruppe folgte einem recht strengen Schema: An drei nicht aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche aßen die Teilnehmenden nur 30 Prozent ihres Energiebedarfs, und das in einem Zeitfenster von 8 bis 12 Uhr, gefolgt von 20 Stunden Fasten. An den übrigen Tagen aßen sie normal. Die zweite Gruppe reduzierte täglich auf etwa 70 Prozent der gewohnten Kalorienmenge, die dritte erhielt nur allgemeine Ernährungsempfehlungen.
Wichtig zur Einordnung: Das getestete Fasten ist damit strenger als das im Alltag beliebte Modell, bei dem man täglich nur innerhalb weniger Stunden isst. Und es bleibt offen, wie dauerhaft der Erfolg ist. Die Forschenden betonen selbst, dass über die langfristigen Wirkungen des Intervallfastens noch wenig bekannt ist und dass sich künftig gezielter klären ließe, welchen Menschen diese Methode am meisten hilft.
Quelle: DOI 10.1016/j.clnu.2026.106686