Nasse Badekleidung, Chlorwasser oder ein zu spät gewechselter Tampon: Schon kleine Fehler nach dem Schwimmen können Infektionen begünstigen. Die Frauenärztin Dr. Anne-Rose Schardt aus Taunusstein erklärt, worauf Frauen und Mädchen im Sommer besonders achten sollten.
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Nach dem Schwimmen nasse Badekleidung möglichst zeitnah gegen trockene Kleidung tauschen. Feuchtigkeit und Wärme schaffen günstige Bedingungen für Hefepilze und bestimmte Bakterien. Dadurch steigt das Risiko für Scheideninfektionen – besonders bei Frauen, die zu wiederkehrenden Infektionen neigen. Eine Unterkühlung kann zudem die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen. Auch Schwangere sollten hier besonders vorsichtig sein: Harnwegsinfekte erhöhen das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung, vorzeitige Wehen und Frühgeburten.
Bei Frauen in den Wechseljahren ist die vaginale Schleimhaut aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels dünner und empfindlicher. Sie kann durch Chlor im Schwimmbad noch trockener und zusätzlich gereizt werden.
Nach dem Baden duschen: Im Intimbereich reicht klares Wasser
Nach dem Bad im Schwimmbad, Meer oder See sollte Chlor-, Salz- oder See- beziehungsweise Flusswasser gründlich vom Körper abgespült werden. Für den Intimbereich benötigt man keine Reinigungsmittel oder Duschgels. Sie können die natürliche Flora der Vagina eher noch stören. Klares Wasser reicht völlig.
Blaualgen und Co.: Wann Baden besser tabu ist
Offizielle Badestellen werden in Deutschland während der Sommermonate regelmäßig von den Gesundheitsämtern kontrolliert. Sind Gewässer mit Blaualgen belastet, gibt es eine Warnmeldung. Dann sollt man nicht ins Wasser gehen, denn Blaualgen können zu Haut- und Schleimhautreizungen führen. Das kann besonders für Schwangere und immungeschwächte Personen gefährlich sein.
Tampon nach dem Schwimmen wechseln
Baden ist während der Menstruation völlig unproblematisch. Tampons oder eine Menstruationstasse fangen das Blut in der Vagina auf und schützen im Wasser zuverlässig. Nach dem Baden sollten sie allerdings gewechselt werden, um das Infektionsrisiko zu senken.
Schwimmen in der Schwangerschaft: Wann Vorsicht geboten ist
Wer sich wohlfühlt, eine komplikationsfreie Schwangerschaft hat und auf sich achtet, muss keine Bedenken beim Schwimmen haben. Vorsicht aber bei vorzeitigem Blasensprung, Muttermundschwäche oder deutlich verkürztem Gebärmutterhals. Wegen eines erhöhten Infektionsrisikos sollte man in diesen Fällen besser auf das Baden verzichten. Auch bei Kreislaufproblemen, Schwindel oder starker Erschöpfung sollten Schwangere vorsichtig sein und eventuell ärztliche Rücksprache halten.
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