Über 1.900 Erkrankte durch Cyclospora in den USA
In den USA steigt die Zahl der Infizierten weiterhin an. Die Seuchenschutzbehörde CDC registrierte zwischen Anfang Mai und 24. Juli bereits mehr als 1.900 laborbestätigte Infektionen mit Cyclospora cayetanensis in9 Bundesstaaten. 98 Betroffene mussten im Krankenhaus behandelt werden. Als gemeinsame Infektionsquelle geht die CDC von Eisbergsalat aus, der in einer Fast-Food-Kette und Lebensmittelgeschäften in zahlreichen Bundesstaaten verkauft wurde. Mittlerweile sind betroffene Produkte vom Importeur des Salats zurückgerufen worden.
Der Parasit gelangt meist über verunreinigtes Wasser auf Obst, Gemüse oder Kräuter. Anders als viele andere Durchfallerreger wird er nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Erst nach einer mehrtägigen Reifung in der Umwelt werden die ausgeschiedenen Parasiten infektiös.
Welche Beschwerden typisch sind
Nach einer Inkubationszeit von meist etwa einer Woche treten häufig plötzlich starke, wässrige Durchfälle auf. Dazu kommen oft:
- Bauchkrämpfe und Blähungen
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Müdigkeit und Gewichtsverlust
- gelegentlich Fieber sowie Muskel- und Gliederschmerzen
Vor allem der langwierige Verlauf ist typisch. Ohne Behandlung können die Beschwerden mehrere Wochen bestehen bleiben.
Diese Lebensmittel sind besonders betroffen
Bei früheren Ausbrüchen standen vor allem Lebensmittel auf dem Speiseplan, die roh gegessen werden:
- frische Kräuter wie Basilikum oder Koriander
- Blattsalate
- Himbeeren und andere Beeren
- Zuckererbsen
- Frühlingszwiebeln und Kohl
Eine Verunreinigung lässt sich weder sehen noch riechen oder schmecken. Gründliches Waschen der rohen Produkte vor dem Verzehr ist sinnvoll, sicher bekämpfen lassen sich die Parasiten jedoch nur durch das Abkochen der Nahrungsmittel.
Wie groß ist das Risiko in Deutschland?
Für Deutschland gibt es derzeit keine Hinweise auf einen größeren Ausbruch. Dennoch beobachten Fachleute die Entwicklung aufmerksam. Frische Kräuter, Salate, Beeren und Gemüse werden ganzjährig aus vielen Ländern importiert. Außerdem können Reisende den Parasiten aus tropischen und subtropischen Regionen mitbringen.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Cyclospora wird in Deutschland nicht routinemäßig gesucht. Normale Stuhluntersuchungen erfassen den Erreger oft nicht. Bestehen nach einer Reise oder nach länger anhaltenden Durchfällen entsprechende Beschwerden, sollte der behandelnde Arzt gezielt an Cyclospora denken und das Labor darauf hinweisen.
Auch Europa registriert inzwischen vereinzelt lokal erworbene Infektionen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit beschreibt entsprechende Fälle aus mindestens 16 europäischen Ländern. Die Autoren sehen Cyclospora deshalb als einen lebensmittelbedingten Parasiten, dessen Bedeutung auch in Europa zunimmt.
Quellen: CDC Überwachung von Cyclosporiasis, CDC update, FDA update
DOI 10.1016/j.foodcont.2026.112381