Gewichtsmanagement nach der Menopause
Die Frauen nahmen während der Studie im ersten Jahr mithilfe von regelmäßiger Ernährungsberatung und einer fettarmen Diät zunächst ab – im Schnitt zwei Kilogramm. In den Folgejahren erfolgte nur viermal jährlich eine Ernährungsberatung. Die meisten Frauen nahmen wieder zu. Insgesamt beteiligten sich an der Studie der Penn State University in Pennsylvania 9897 postmenopausale Frauen zwischen 50 und 79 Jahren – 6147 weiße Frauen und 3750 schwarze Frauen.
Weiße Frauen mit genetischem Risiko nehmen doppelt so schnell zu
Die Forschenden unterteilten die Frauen in eine Gruppe mit hohem Risiko für starkes Übergewicht (Adipositas) und eine Gruppe mit niedrigem Risiko. Die Studie zeigte folgende zentrale Ergebnisse:
- Alle Teilnehmerinnen konnten zunächst vergleichbar gut Gewicht verlieren, unabhängig von Genetik oder Herkunft.
- Weiße Frauen mit hohem genetischem Risiko nahmen nach der Diät etwa doppelt so schnell wieder zu wie Frauen mit geringem Risiko. Im Durchschnitt lag die Gewichtszunahme bei etwa einem Kilogramm pro Jahr bei hohem Risiko – halb so viel bei niedrigem Risiko.
- Schwarze Frauen nahmen unabhängig vom genetischen Risiko ähnlich schnell wieder zu. Die Gruppe schwarzer Teilnehmerinnen war jedoch kleiner, wodurch Effekte schwerer nachweisbar sind.
Gene spielen eine Rolle – aber nicht nur
„In dieser Studie sahen wir einen klaren Effekt des genetischen Risikos darauf, wie schnell Frauen wieder an Gewicht zunahmen“, sagt Studienleiter Harold Lee. „Auf der anderen Seite beeinflusste das genetische Risiko den Gewichtsverlust nicht. Wenn die Umgebung ausreichend verändert wurde — in diesem Fall durch eine fettarme Ernährung und Treffen mit einer Ernährungsberaterin alle zwei bis drei Wochen — schienen Frauen das genetische Risiko zumindest vorübergehend zu überwinden.“ Gene beeinflussen demnach zwar, wie schnell Gewicht zurückkehrt – doch sie bestimmen nicht alles.
Auch äußere Umstände beeinflussen Gewichtszunahme
Die Forschenden betonen, dass eine angepasste Umgebung – etwa durch gesunde Ernährung und regelmäßige Beratung – helfen könnte, genetische Nachteile zumindest zeitweise auszugleichen. „Fettleibigkeit ist stigmatisiert und wird oft mit Faulheit in Verbindung gebracht“, erklärt Lee. „Das ist ein hartnäckiger Mythos.“
Neben der genetischen Veranlagung spielen auch äußere Umstände eine wichtige Rolle. Ein Überangebot an kalorienreichen Lebensmitteln und Bewegungsmangel erschweren es vielen Menschen, ihr Gewicht zu halten.
DOI: dx.doi.org/10.1002/oby.70175