Digitale Unterstützung per App kann helfen, die Grenzen für das Gewicht in der Schwangerschaft einzuhalten. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die im Journal JAMA Network Open veröffentlicht wurde.
Schwangere mit Übergewicht oder Adipositas - mehr als die Hälfte mit App unterstützt
An der Studie nahmen 1265 Schwangere Teil, die einen BMI zwischen 25 und 40 und somit Übergewicht oder Adipositas hatten. Erfasst wurde die wöchentliche Gewichtszunahme ebenso wie die Gesamtzunahme über die Schwangerschaft hinweg. Alle Personen erhielten die Standardversorgung, 677 von ihnen auch digitale Unterstützung: Eine App gab wöchentliche Bildungseinheiten sowie personalisiertes Feedback zu Gewichtsentwicklung und körperlicher Aktivität. Verbunden mit ihr waren eine Waage und ein Aktivitätstracker. Nahm eine Frau sehr schnell zu, unterstützte sie zusätzlich ein Coach per Chat oder Anruf.
Schwangere mit App im Vorteil bei Gewichtszunahme
So fand das Forschungsteam heraus:
Die Schwangeren mit digitaler Unterstützung nahmen im Durchschnitt langsamer zu. Ihr Gewicht wuchs durchschnittlich um 0,25 Kilogramm pro Woche und insgesamt um 9,7 Kilogramm. Bei der Kontrollgruppe waren es pro Woche 0,28 Kilogramm und insgesamt 10,6 Kilogramm. Mit der App überschritt mehr als jede zweite Frau (52 Prozent) die Grenzwerte für die wöchentliche Zunahme, in der Gruppe mit Standardversorgung waren es 60 Prozent. Ähnlich sah es aus bei den empfohlenen Grenzen für die insgesamte Zunahme (44 Prozent vs. 51 Prozent).
Einordnung der Ergebnisse
Eine zu hohe Gewichtszunahme betrifft etwa die Hälfte der Schwangeren mit Übergewicht oder Adipositas und kann mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Die Studie zeigt Zusammenhänge, keine eindeutigen Ursachen. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass digitale Angebote eine sinnvolle Ergänzung zur Betreuung sein können – vor allem, weil sie sich gut in den Alltag integrieren lassen.
Quelle: DOI 10.1001/jamanetworkopen.2026.8007