Wie urbane Vegetation Allergien beeinflusst und wie Betroffene besser geschützt werden können, zeigt Forschung aus Augsburg.

Grün in Städten ist ein wichtiger Gesundheitsfaktor: Für Millionen Menschen mit Allergien bergen die Grünflächen jedoch auch Risiken. Dazu forscht der Lehrstuhl für Umweltmedizin aus Augsburg. „Unsere Arbeit zeigt wie Umweltmedizin, Stadtforschung und digitale Gesundheitsanwendungen auf jeder Ebene zusammenwirken können“, erklärt Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin und Inhaberin des Lehrstuhls, in einer Mitteilung. Das reiche von internationalen Leitlinien über lokale Risikoanalysen bis hin zur individuellen Unterstützung per App.
Die Forschenden aus Augsburg entwickelten eine App, die Betroffene unterstützen soll. Die sogenannte PollDi-App ist frei verfügbar und beinhaltet:
Traidl-Hoffmann erklärt: „Der Schlüssel ist die Vorhersage: PollDi macht Umweltfaktoren und Symptome früh sichtbar und unterstützt Allergiepatientinnen und -patienten im Alltag.“ In ihrer Arbeit als behandelnde Ärztin erlebe sie täglich, wie wertvoll solche evidenzbasierten Tools seien.
Stadtgrün sei aus gesundheitlicher Sicht grundsätzlich wertvoll, heißt es in einer Leitlinie der European Academy of Allergy and Clinical Immunology. So fördere es Biodiversität, unterstütze psychische Gesundheit und das Immunsystem. Artzusammensetzung, Pflege, Standortbedingungen und Klimafaktoren beeinflussten jedoch, wie stark Personen Allergenen ausgesetzt seien und ob die Grünflächen tatsächlich zur Erholung beitrügen.
Die Pollenbelastung innerhalb einer Stadt kann stark variieren, zeigt die Studie der Forschenden aus Augsburg. Sie identifizierten in einem Augsburger Park allergene Hotspots – also Bereiche, in denen bestimmte Pollenarten besonders häufig auftreten. Die Pollenbelastung variierte teils innerhalb weniger hundert Meter deutlich. Vegetationsstruktur, Biodiversität, Mikroklima und Luftverschmutzung beeinflussen dabei die Allergenexposition.
Städte können mithilfe gezielter Planung Risiken reduzieren – etwa durch die Auswahl weniger allergener Pflanzenarten. Ideal sei eine gesundheitsorientierte Stadtplanung, die ökologische und allergologische Aspekte zusammendenkt und Biodiversität als Schwerpunkt sieht.
Quellen: DOI 10.1111/all.70182, DOI 10.1016/j.scs.2025.106927
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