Wer zum Abnehmen ein Medikament wie die Abnehm-Spritze bekommen hat, muss leider damit rechnen, nach weniger als zwei Jahren wieder das Ausgangsgewicht zu haben. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse von 37 Studien mit Daten von mehr als 9.300 Betroffenen. Sie hatten durchschnittlich 39 Wochen lang ein Abnehmmittel bekommen, darunter:
Die Daten waren im Durchschnitt bis 32 Wochen nach dem Absetzen der Medikamente erhoben worden.
0,4 Kilogramm pro Monat: Gewichtszunahme nach Abnehmmedikamenten
Im Durchschnitt hatten die Betroffenen nach dem Absetzen ihres Medikaments 0,4 Kilogramm pro Monat wieder zugenommen. Das verglich das Forschungsteam mit der monatlichen, durchschnittlichen Zunahme von Personen, die ein verhaltensbasiertes Programm zum Gewichtsmanagement beendet hatten: Diese nahmen durchschnittlich im Monat 0,1 Kilogramm wieder zu. Die monatliche Zunahme war nach Medikamenten also etwa vier Mal so schnell wie nach einem Programm.
Rückkehr zum Ausgangsgewicht nach durchschnittlich 1,7 Jahren
Nach dem Absetzen eines Medikaments zum Abnehmen war die Wahrscheinlichkeit hoch, nach durchschnittlich 1,7 Jahren wieder das Ausgangsgewicht zu haben. Für die Werte bezüglich Herzerkrankungen und Diabetes berechnete das Forschungsteam, dass sie nach 1,4 Jahren wieder die Ausgangswerte erreichen würden.
Studie als Hinweis: Medikamente könnten allein langfristig nicht ausreichen
Das Forschungsteam betrachtet seine Erkenntnisse als ein Hinweis: Die Medikamente könnten möglicherweise allein nicht ausreichen, um das Gewicht langfristig zu kontrollieren. Sie warnen vor einer kurzfristigen Einnahme von Medikamenten zur Gewichtsreduktion. Weitere Forschung zu Strategien für eine langfristige Gewichtskontrolle sei notwendig, die Prävention besonders wichtig.
Studienqualität betrachtet
Hinsichtlich Semaglutid und anderer Wirkstoffe, die ebenfalls zu den neueren GLP-1-Rezeptoragonisten gehören, schränkt das Autorenteam aber ein: Sie waren nur in acht der 37 analysierten Studien beteiligt. Hier betrug die Nachbeobachtungszeit bislang nur ein Jahr. Und bei nur wenigen Studien war das Risiko für eine unbewusste Verzerrung (Bias) gering. Pluspunkt der Metaanalyse: Die Wissenschaftler nutzten drei verschiedene Auswertungsmethoden und kamen jeweils zum gleichen Ergebnis.
Quelle: DOI 10.1136/bmj-2025-085304