ArzneimittelMedizinGesundheit

Die Zukunft der Diabetes-Therapie

KFL  |  22.05.2023

Mehrmals am Tag mit einem Piks den Blutzucker messen und anschließend Insulin spritzen – das gehört vor allem für Menschen mit Typ-1-Diabetes zunehmend der Vergangenheit an. Und: In der Therapie von Typ-2-Diabetes sind Arzneimittel aus dem Bereich der Darmhormone auf dem Vormarsch. Das waren zwei der großen Themen des diesjährigen Diabetes-Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft, der vergangene Woche in Berlin stattfand.

Zuckersensor am Oberarm.
Das Zuckermessen mit einem CGM-System gehört heute bereits für viele Menschen mit Diabetes zum Alltag.
© Wirestock/iSockphoto

Für Menschen, die ihren Diabetes mit Insulin therapieren, rückt immer stärker die Nutzung von sogenannten kontinuierlichen Blutzuckermessgeräten (CGM) in den Fokus. Die Systeme bestimmen die Glukose im Unterhautfettgewebe und geben die Werte rund um die Uhr an das Smartphone oder ein spezielles Lesegerät weiter. Das Piksen bleibt den Patienten somit weitestgehend erspart. Des Weiteren ermöglicht das genaue Monitoring laut Experten ein besseres Diabetes-Management.

"Auch die automatisierte Insulindosierung (AID) stellt eine neue wichtige Option für eine verbesserte Diabetestherapie dar", berichtet Dr. Sandra Schlüter, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft "Diabetes und Technologie". Ein AID-System besteht aus einem CGM-Gerät, einer Insulinpumpe und einem Algorithmus, der die Insulindosierung teilweise automatisch steuern kann. Nutzer und Nutzerinnen mit Typ-1-Diabetes müssen die Insulinabgabe im Wesentlichen nur noch zu den Mahlzeiten selbst übernehmen. Ein Wehrmutstropfen laut Schlüter: "Obwohl sich AID-Systeme für die meisten Menschen mit Typ-1-Diabetes eignen, ist die Erstattung durch die Krankenkassen oft noch problematisch."

Neue Behandlungsoptionen auch bei Typ-2-Diabetes

Auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes gibt es neue Behandlungsoptionen, die sogar ein Zurückdrängen des Diabetes ermöglichen. So zeigen Studien, dass stark übergewichtige Menschen nach einer starken Gewichtsabnahme von über 10 Prozent des Ausgangsgewichtes häufig ihre Diabetes-Medikamente absetzen können – zumindest für einen gewissen Zeitraum. Wenn dies nicht allein durch eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung gelingt, stellte bisher vor allem ein chirurgischer Eingriff eine Option dar. Kongresspräsident Professor Dr. med. Matthias Blüher prognostizierte jedoch: „Mit der nächsten Generation von Medikamenten der Typ-2-Diabetes-Therapie wie beispielsweise Semaglutid und Tirzepatid könnte diese Lücke geschlossen werden.“

Die neuen Arzneimittel bewirken neben der Blutzuckersenkung mitunter eine starke Gewichtsabnahme und werden daher zunehmend auch als "Abnehm-Medikament" bezeichnet. Professor Dr. Baptist Gallwitz, Pressesprecher der DDG betont jedoch: "Wir lehnen den Einsatz dieser sehr wirkungsvollen Medikamente aus Lifestyle-Gründen ab. Das führt zu Lieferschwierigkeiten auch für Menschen mit Diabetes."

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