Krankheitsbild
Bei einer Embolie wird ein Blutgefäss durch einen sogenannten Embolus verstopft. Dieser Embolus stammt meist aus einem anderen Körperbereich und wird mit dem Blutstrom weitertransportiert. Die bekanntesten Formen sind die Lungenembolie, der Schlaganfall und der Herzinfarkt. Je nach Ort des Verschlusses spricht man von arterieller oder venöser Embolie. Die häufigste Ursache ist ein Blutgerinnsel, das sich zum Beispiel in den Beinvenen bildet und in die Lunge wandert. Es gibt auch seltenere Formen wie Fettembolie, Luftembolie oder Tumorembolie.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden hängen stark vom betroffenen Organ ab. Eine Lungenembolie zeigt sich oft durch Atemnot, Brustschmerzen und Herzrasen. Bei einer Embolie im Gehirn treten häufig Sprachstörungen, Lähmungen oder Sehstörungen auf. Eine Embolie im Bein verursacht plötzliche Schmerzen, Blässe, Taubheit und Kältegefühl. Der Verlauf kann harmlos bis lebensbedrohlich sein. Kleine Embolien bleiben manchmal unbemerkt, grössere können zu schweren Organschäden führen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann eine Embolie zu dauerhaften Schäden führen. In der Lunge droht eine Herzüberlastung, im Gehirn ein Schlaganfall, im Bein der Verlust der Gliedmasse. Auch Bewusstlosigkeit oder Kreislaufversagen treten auf. Wiederholte Embolien erhöhen das Risiko für chronische Erkrankungen und können tödlich enden.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist eine tiefe Beinvenenthrombose. Hier behindert ein Blutgerinnsel den Blutfluss in dem Gliedmass. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen:
- Bewegungsmangel - Operationen - Übergewicht - Rauchen - Krebserkrankungen - Schwangerschaft - bestimmte Hormonpräparate - Vorhofflimmern - vererbte Gerinnungsstörungen - Arteriosklerose
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er leitet meistens eine Blutverdünnung mit Heparin oder anderen Wirkstoffen ein. In schweren Fällen kommt eine Thrombolyse, eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels, oder eine Operation infrage.
Das kann man selbst tun: Durch Bewegung, gesunde Ernährung und Rauchverzicht lässt sich vorbeugen. Grenzen sind erreicht, wenn akute Beschwerden wie Atemnot, Lähmungen oder Bewusstlosigkeit auftreten, dann ist sofortige ärztliche Hilfe nötig.
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.