Akuter Arterienverschluss

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  01.04.2026 00:00 Uhr

Mit einem akuten Arterienverschluss ist der plötzliche Verschluss einer Arm- oder Beinarterie gemeint. Dadurch wird die Durchblutung der betroffenen Gliedmasse plötzlich unterbrochen, was zu starken Schmerzen führen kann. Meist wird der Verschluss durch eine Ablagerung oder ein Blutgerinnsel verursacht, das mit dem Blutstrom in das Gefäss gelangt und es blockiert. Der akute Arterienverschluss ist ein medizinischer Notfall, der schnell behandelt werden muss, um schwere Gewebeschäden oder den Verlust der betroffenen Extremität zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Ein akuter Arterienverschluss ist ein plötzlicher Verschluss einer Arterie, die Arme oder Beine mit Blut versorgt. Fachlich spricht man dabei auch von einer akuten Extremitätenischämie. Häufig entsteht dieser Notfall, wenn ein Blutgerinnsel oder abgelöstes Material aus einem anderen Gefäss oder aus dem Herzen mit dem Blutstrom weitergetragen wird und an einer engeren Stelle stecken bleibt. Seltener bildet sich der Verschluss direkt im betroffenen Gefäss. Wenn nur wenige Umgehungsgefässe vorhanden sind, kann die Situation sehr schnell gefährlich oder sogar lebensbedrohlich werden.

Symptome/Verlauf

Bei einem akuten Arterienverschluss treten meist mehrere charakteristische Beschwerden auf, die durch die plötzlich unterbrochene Durchblutung entstehen.
Typische Symptome sind:

  • starke, plötzlich auftretende Schmerzen im betroffenen Arm oder Bein
  • Blässe der Haut unterhalb des Gefässverschlusses
  • Kältegefühl in der betroffenen Extremität
  • fehlender oder stark abgeschwächter Puls unterhalb des Verschlusses
  • Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit
  • Bewegungsstörungen oder Lähmungen bei fortgeschrittener Durchblutungsstörung

Die Beschwerden können bei einem akuten Verschluss sehr abrupt und heftig beginnen. Meist ist nur ein Bein oder ein Arm betroffen. Bildet sich der Verschluss dagegen langsam (chronischer Arterienverschluss) aufgrund einer bereits länger bestehenden Gefässerkrankung, sind die Beschwerden oft weniger plötzlich und zunächst weniger ausgeprägt. Der Grund: Es sind dann oft kleine Umgehungsgefässe vorhanden. Entscheidend für den weiteren Verlauf ist vor allem, wie schnell das verschlossene Gefäss wieder eröffnet wird.

Folgen/Komplikationen

Wird der Blutfluss nicht rasch wiederhergestellt, kann das Gewebe in den betroffenen Gliedmassen Schaden nehmen und schliesslich absterben. Dann drohen schlecht heilende Wunden, ein Verlust von Muskel- und Nervenfunktion und im schlimmsten Fall eine Amputation. Auch nach einer verspäteten Wiedereröffnung des Gefässes kann es zu schweren Komplikationen kommen, etwa durch Schwellungen der Muskulatur, Stoffwechselentgleisungen oder ein akutes Nierenversagen. Insgesamt ist der akute Arterienverschluss ein gefässmedizinischer Notfall mit einem ernst zu nehmenden Sterbe- und Amputationsrisiko. Blutgerinnsel können auch ins Gehirn verschleppt werden und hier zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Schlaganfall führen.

Ursachen/Risikofaktoren

Eine der wichtigsten Ursachen ist Arteriosklerose, also eine Verkalkung und Verengung der Arterien durch Ablagerungen. Ein akuter Arterienverschluss entsteht am häufigsten dadurch, dass sich diese Ablagerungen oder Blutgerinnsel lösen, weiter transportiert werden und eine Arterie an anderer Stelle blockieren. Das nennen Mediziner Embolie. Seltener verursachen Ablagerungen und Blutgerinnsel, die im Gefäss selbst entstehen, einen akuten Arterienverschluss. Man spricht dann von Thrombose. Ein grosser Teil dieser Embolien hat seinen Ursprung im Herzen, besonders häufig bei Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Seltener kommen zum Beispiel Herzklappenerkrankungen, Aneurysmen, Gefässverletzungen oder entzündliche Gefässerkrankungen oder äussere Eingriffe als Auslöser infrage. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehört das Rauchen; ausserdem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter, und Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Der Arzt stellt anhand verschiedener Untersuchungen die Diagnose. Ziel der Behandlung ist, den Blutfluss so rasch wie möglich wiederherzustellen. Dafür kommen je nach Situation eine kathetergestützte oder operative Entfernung des Gerinnsels, eine Auflösung des Gerinnsels durch Medikamente oder eine Bypass-Operation infrage.
Das kann man selbst tun: Betroffene sollten bei plötzlich starken Schmerzen, Blässe, Kälte, Taubheitsgefühl oder fehlendem Puls in Arm oder Bein sofort ärztliche Hilfe suchen, weil jede Stunde zählt. Nach der Akutbehandlung kann man selbst vor allem dazu beitragen, weitere Gefässverschlüsse zu vermeiden: nicht rauchen, sich ausreichend bewegen, auf Gewicht und Ernährung achten und verordnete Medikamente zuverlässig einnehmen.

Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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