Krankheitsbild
Die tiefe Venenthrombose gehört zur Gruppe der sogenannten venösen Thromboembolien. Sie entsteht meist in den tiefen Beinvenen, seltener in den Armen oder im Becken. Das Gerinnsel blockiert den Blutfluss teilweise oder vollständig. Die betroffene Vene liegt tief im Muskelgewebe und ist nicht sichtbar. Die Erkrankung kann akut auftreten und bleibt manchmal lange unbemerkt. Besonders gefährdet sind Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, nach Operationen oder mit bestimmten Vorerkrankungen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden entwickeln sich oft innerhalb weniger Stunden oder Tage. Typische Symptome sind:
- Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Bein
- Schwellung und Spannungsgefühl
- Rötung und Erwärmung der Haut
- Verstärkte Sichtbarkeit oberflächlicher Venen
- Beschwerden nur in einem Bein
Manche Thrombosen verlaufen ohne erkennbare Symptome. Der Verlauf hängt von der Lage und Grösse des Gerinnsels ab. Ohne Behandlung kann sich das Gerinnsel vergrössern oder lösen und eine Lungenembolie verursachen.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichste Komplikation ist die Lungenembolie, bei der das Gerinnsel in die Lunge wandert und dort ein Gefäss verstopft. Zu den weiteren möglichen Folgen zählen das postthrombotische Syndrom mit chronischen Schmerzen in dem betroffenen Körperteil sowie Schwellungen und Hautveränderungen. Auch wiederholte Thrombosen sind möglich. Je höher die Thrombose im Bein liegt, desto grösser das Risiko für Komplikationen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Entstehung einer tiefen Venenthrombose wird durch drei Hauptfaktoren begünstigt: verlangsamter Blutfluss, Gefässwandschäden und erhöhte Gerinnungsneigung. Häufige Ursachen sind längere Immobilität, Flugreisen, Operationen, bestimmte Medikamente, Krebserkrankungen, Schwangerschaft, erbliche Gerinnungsstörungen, Übergewicht, Rauchen, Herzschwäche und höheres Alter.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Zur Behandlung werden meist Antikoagulanzien eingesetzt, also Medikamente zur Blutverdünnung. In schweren Fällen kann eine Katheterbehandlung nötig sein.
Das kann man selbst tun: Bewegung fördern, ausreichend trinken, Kompressionsstrümpfe tragen. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn Schmerzen, Schwellungen oder Atemnot auftreten. Dann ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.