Chronische Venenschwäche

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  18.03.2026 00:00 Uhr

Anhaltende Venenschwäche ist ein verbreitetes Gesundheitsproblem hierzulande. Im Rahmen einer grossen Gesundheitsstudie in der Rhein-Main-Region wurde sie bei etwa 41 Prozent der 40bis 80-jährigen Teilnehmer festgestellt. Das Leiden kann unbehandelt mit Oedemen, Hautveränderungen oder offenen Wunden der unteren Gliedmassen einhergehen, schlimmstenfalls sogar mit einer Lungenembolie.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Die Folgen chronischer Venenschwäche zeigen sich besonders in den Beinen. Es können dort in der Haut kleinste Venenverästelungen sichtbar werden, sogenannte Besenreiser. Sie entstehen durch Weitung kleinerer oberflächlicher Venen. Verdicken sich grössere oberflächliche Venen, können sie mit der Zeit sicht- und tastbar, geschlängelt und teils knotenartig als Krampfadern hervortreten. Insgesamt verschlechtert sich die Durchblutung betroffener Gewebebereiche. Es besteht das Risiko, dass sich in geschädigten Venen Gerinnsel bilden, die zu Entzündungen, Rötungen und Schmerzen in Bereich der betroffenen Venen führen.

Symptome/Verlauf

Anfänglich bemerken Menschen mit chronischer Venenschwäche meist nur, dass sich abends oder nach längerem Sitzen oder Stehen die Beine schwer anfühlen und besonders im Bereich der Fussknöchel leicht geschwollen sind - vermehrt an heissen Sommertagen. Auch Beinmuskelkrämpfe oder "unruhige" Beine sind mögliche Symptome der Venenschwäche.

Folgen/Komplikationen

Bleiben eine Venenschwäche und dabei entstehende Krampfadern unbehandelt, kann sich die Haut der Unterschenkel, in denen geschädigte Venen verlaufen, mit der Zeit braun verfärben. Es kommt möglicherweise sogar zu Geschwüren vor allem im Bereich der Fussknöchel.

Eine weitere Folge chronischer Venenschwäche kann darin bestehen, dass sich innerhalb geschädigter Venen - häufig in Krampfadern - Gerinnsel bilden, die man sich wie winzige Wundschorfpartikel vorstellen kann. Mediziner bezeichnen sie als Thromben. Diese bewirken in oberflächlichen Venen eine Entzündung mit stechenden, brennenden Schmerzen schon bei leichtem Druck auf das Gefäss. Der erkrankte Venenabschnitt ist oft als roter Strang in der Haut zu sehen.

Bei tieferliegenden Beinvenenthrombosen, die durch oberflächliche Venenthrombosen gefördert werden, sind Schmerzen entlang der betroffenen Venen, Schwellungen, eine bläuliche Verfärbung sowie Überwärmung oder Funktionsbeeinträchtigungen des Beins möglich. Mitunter liegen auch nur schwache oder keine Symptome vor. Thromben in tieferliegenden Beinvenen können abreissen und im venösen Blutstrom bis zur rechten Herzkammer mittreiben, weiter in die Lunge gelangen und dort Blutgefässe verstopfen. Es kommt zu einer Lungenembolie mit Luftnot und Brustschmerzen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch.

Ursachen/Risikofaktoren

Zu den möglichen Ursachen einer Venenschwäche gehören eine angeborene Veranlagung und das Alter, aber auch Risikofaktoren, vor allem Übergewicht, langes Stehen oder Sitzen und Bewegungsarmut - alles verbreitete Probleme in der heutigen Lebens- und Berufswelt.

Bei Bewegungsarmut unterstützt die Muskulatur den Blutfluss in Venen weniger, so dass sich in ihnen Blut staut und der venöse Blutdruck steigt. Die Venen beginnen sich zu weiten, so dass sich Venenklappen nicht mehr richtig schliessen. Oft bilden sich in der Folge sichtbare Krampfadern. Durch eine gestörte Venenfunktion stockt zunehmend der Blutabfluss aus den Beinen zurück zum Herzen. Blut versackt zunehmend in den Beinen und staut sich, in der Folge gelangt vermehrt Flüssigkeit aus Blutgefässen ins Gewebe. Besonderes im Unterschenkel- und Knöchelbereich kommt es dadurch zu Schwellungen - Oedemen. Es steigt das Risiko für Geschwüre und Venenthrombosen.

Venenthrombosen werden aber nicht nur durch Venenschwäche und Krampfadern gefördert, sondern auch - selbst in nicht vorgeschädigten Venen - durch längere Bettlägerigkeit, hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, besonders in Verbindung mit Rauchen, durch eine Schwangerschaft, mechanische oder verletzungsbedingte Venenschäden, Blutgerinnungsstörungen oder durch bösartige Tumore.

Das kann helfen

Was der Arzt tun kann:

Ärztinnen oder Ärzte lassen sich die Beschwerden der Patienten schildern und untersuchen sie körperlich sowie bei Bedarf mit weiteren Verfahren, etwa um den Blutfluss zu messen oder Blutgefässe zu begutachten. Stehen die Diagnose einer Venenschwäche und ihr Ausmass fest, wird die Behandlung geplant. Diese kann zwar die Venenschwäche und die Veranlagung dazu nicht heilen, aber doch deren Folgen deutlich lindern.

Eine häufige empfohlene Behandlungsmassnahme ist das Tragen von Stütz- oder Kompressionsstrümpfen. Dazu kommen Übungen und Verhaltensweisen, um den Blutfluss in Venen anzuregen. Bestehen Krampfadern, kann es mitunter sinnvoll sein, sie zu ziehen oder zu veröden. Geschwüre müssen nach ärztlicher Massgabe speziell behandelt werden, wenn sie nicht heilen, auch chirurgisch. Venenthrombosen werden durch Medikamente gegen Entzündungen und Schmerzen sowie bei Bedarf mit Mitteln zur Kontrolle der Blutgerinnung behandelt, zudem durch Kompressionsverfahren oder in schweren Fällen auch operativ.

Was man selbst tun kann:

Wichtig ist, regelmässig körperlich aktiv zu sein, indem man beispielsweise mehr zu Fuss geht, Rad fährt und Treppen steigt. Lange Phasen nur sitzender oder stehender Tätigkeit gilt es zu vermeiden beziehungsweise durch Bewegungspausen zu unterbrechen. Eventuell kann man sich auch von Ärzten oder Krankengymnasten zu Übungen beraten lassen, mit denen man die Durchblutung in den Beinen gezielt im Alltag anregen kann. Zudem sollte man die Beine im Sitzen nicht übereinanderschlagen. Akut hilft bei geschwollenen Beinen, diese über Herzhöhe hochzulegen. Werden Stütz- oder Kompressionsstrümpfe ärztlich empfohlen, sollte man sie regelmässig tragen. Hilfreich ist auch, vorhandenes Übergewicht abzubauen und das Rauchen aufzugeben. Bei Symptomen einer Beinvenenthrombose sollte man sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben.

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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