Aneurysma

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  01.04.2026 00:00 Uhr

Ein Aneurysma ist eine krankhafte Ausbuchtung einer Arterie. Am häufigsten betrifft es die Hauptschlagader (Aorta), kann aber auch in anderen Gefässen etwa in den Beinen oder im Gehirn auftreten. Oft verursacht ein Aneurysma lange Zeit keine Beschwerden. Wenn es grösser wird und schliesslich reisst, kann es jedoch zu schweren, plötzlich einsetzenden Schmerzen und lebensbedrohlichen inneren Blutungen kommen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Ein Aneurysma ist eine krankhafte Erweiterung oder Ausbuchtung einer Arterie. Besonders häufig betrifft es die Aorta, also die Hauptschlagader des Körpers. Diese transportiert sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den gesamten Körper. Wenn die Gefässwand an einer Stelle geschwächt ist, kann sie dem Druck des Blutstroms nicht mehr ausreichend standhalten. Dadurch wölbt sich die Wand nach aussen und es entsteht eine Aussackung, die sich im Laufe der Zeit weiter vergrössern kann. Aneurysmen können in verschiedenen Bereichen des Körpers auftreten. Am häufigsten ist die Bauchschlagader betroffen, aber auch zum Beispiel im Brustbereich, den Beinen oder im Gehirn treten Aneurysmen auf. Die Gefässerweiterung bleibt oft lange unbemerkt. Wenn ein Aneurysma reisst, ist das jedoch lebensbedrohlich.

Symptome / Verlauf

Viele Menschen mit einem Aneurysma bemerken zunächst keine Symptome. Häufig wird die Gefässerweiterung zufällig bei Untersuchungen wie Ultraschall, Computertomografie oder anderen bildgebenden Verfahren entdeckt. Wenn das Aneurysma grösser wird, kann es mitunter auf umliegende Strukturen drücken und Beschwerden verursachen. Je nach Lage können ein pulsierendes Gefühl oder Schmerzen etwa im Rücken, im Brustkorb oder im Bauch auftreten. Wird das Aneurysma grösser steigt das Risiko, dass das Aneurysma einreisst oder platzt. Dadurch entstehen in dem betroffenen Bereich sehr plötzlich starke Schmerzen.

Folgen / Komplikationen

Die gefährlichste Komplikation eines Aneurysmas ist das Einreissen oder Platzen der Gefässwand (Ruptur). In diesem Fall kommt es zu einer starken inneren Blutung, die lebensbedrohlich ist und sofort medizinisch behandelt werden muss. Eine Ruptur geht meist mit plötzlich einsetzenden, sehr starken Schmerzen einher. Diese können im Brust- oder Bauchbereich, den Gliedmassen oder auch im Kopf auftreten und führen mitunter rasch zu einem Kreislaufversagen. Je grösser das Aneurysma wird, desto höher ist in der Regel das Risiko für Rupturen.
Ausserdem können sich in Aneurysmen auch Gerinnsel bilden. Lösen sich diese, können sie durch den Blutfluss weitergetragen werden und ein Gefäss verstopfen (Embolie). Ist ein Gefäss im Gehirn betroffen, kommt es zu einem Schlaganfall.

Ursachen / Risikofaktoren

Ein Aneurysma entsteht meist durch eine Schwächung oder Schädigung der Gefässwand. Häufige Ursachen sind Gefässverkalkung (Arteriosklerose) und Bluthochdruck. Beide Faktoren belasten die Gefässe dauerhaft, was dazu führen kann, dass die Gefässwand an Elastizität verliert. Weitere wichtige Risikofaktoren sind Rauchen, erhöhte Blutfettwerte und ein höheres Lebensalter. In manchen Fällen spielen auch genetische Faktoren eine Rolle, etwa bei bestimmten Bindegewebserkrankungen wie dem Marfan- oder dem Ehlers-Danlos-Syndrom. Seltener können auch Infektionen, Entzündungen oder Verletzungen der Gefässwand ein Aneurysma begünstigen.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Wird ein Aneurysma entdeckt, richtet sich die Behandlung vor allem nach seiner Grösse und seinem Wachstum. Kleine Aneurysmen verursachen oft keine Beschwerden und müssen zunächst nur regelmässig kontrolliert werden. Ziel ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Bei grösseren Aneurysmen oder wenn Beschwerden auftreten, kann eine Operation erforderlich sein. Dabei wird die geschwächte Gefässstelle meist durch ein synthetisches Transplantat oder einen Stent stabilisiert.
Das kann man selbst tun: Betroffene können selbst dazu beitragen, das Risiko von Komplikationen zu senken. Wichtig ist vor allem, den Blutdruck gut einstellen zu lassen und bestehende Risikofaktoren zu reduzieren. Dazu gehören beispielsweise das Aufhören mit dem Rauchen, die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen. Regelmässige ärztliche Untersuchungen helfen ausserdem, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.

Quellenangaben:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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