Herzmuskelstörung (Kardiomyopathie)

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  15.04.2026 00:00 Uhr

Herzmuskelstörung, auch Kardiomyopathie genannt, bezeichnet eine Erkrankung, bei der sich der Herzmuskel verändert und nicht mehr normal arbeitet. Das Herz kann dabei vergrössert, verdickt oder steif sein. Dadurch wird die Pumpleistung beeinträchtigt. Kardiomyopathien können lange unbemerkt bleiben oder zu spürbaren Beschwerden führen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Bei einer Kardiomyopathie verändert sich der Herzmuskel krankhaft, ohne dass andere Ursachen wie Bluthochdruck oder Herzklappenfehler im Vordergrund stehen. Es gibt verschiedene Formen, zum Beispiel eine Erweiterung des Herzens, eine Verdickung der Muskulatur oder eine verminderte Dehnbarkeit. Die Erkrankung kann fortschreiten und die Herzfunktion zunehmend einschränken.

Symptome/Verlauf

Die Symptome hängen von der Art und dem Stadium der Erkrankung ab. Manche Betroffene haben zunächst kaum Beschwerden, andere entwickeln früh Symptome. Hierzu zählen:

  • Atemnot bei Belastung oder in Ruhe
  • Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
  • Herzstolpern oder beschleunigter Puls
  • Schwellungen an Beinen oder Füssen

Der Verlauf kann langsam oder schubweise erfolgen. Im Laufe der Zeit kann sich eine Herzschwäche entwickeln.

Folgen/Komplikationen

Eine fortgeschrittene Herzmuskelstörung kann zu schwerer Herzschwäche führen. Auch Herzrhythmusstörungen sind häufig und können Ohnmacht oder im Extremfall einen plötzlichen Herztod verursachen. Durch Blutstau im Herzen steigt zudem das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Ursachen sind vielfältig. Manche Formen sind genetisch bedingt, andere entstehen durch Infektionen, Alkoholmissbrauch, bestimmte Medikamente oder Stoffwechselerkrankungen. Auch langjährige Belastungen des Herzens begünstigen eine Störung des Herzmuskels. Risikofaktoren sind eine familiäre Vorbelastung, chronische Erkrankungen und ein ungesunder Lebensstil.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er stellt die Diagnose mithilfe von Gesprächen, Ultraschall, EKG und weiteren Untersuchungen. Die Behandlung richtet sich nach der Form und umfasst Arzneimittel wie Betablocker, ACE-Hemmer oder weitere Herzmedikamente sowie in manchen Fällen das Einsetzten eines Herzschrittmachers oder andere operative Eingriffe.
Das kann man selbst tun: Durch angepasste Bewegung, eine konsequente Einnahme der verschriebenen Medikamente und Vermeidung von Risikofaktoren unterstützt man die Behandlung. Bei zunehmender Atemnot, Schwindel oder neu auftretenden Beschwerden reichen Selbstmassnahmen nicht aus und ärztliche Kontrolle ist notwendig.

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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